Der Köcherbaum (Aloe Dichotoma) ist auf dem Klimagipfel in Kopenhagen zu einer besonders gefährdeten Pflanzenart deklariert worden. Die Naturschutz-Organisation IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ließ ihn mit neun anderen Pflanzen- und Tierarten auf die 'Rote Liste' setzen. Ihre Begründung: Im Süden Namibias sei ein Sterben der Köcherbäume zu beobachten, ausgelöst durch steigende Temperaturen aufgrund des weltweiten Klimawandels. Die jährliche Durchschnitts-Temperatur in Süd-Namibia sei heute rund 1,2 °C höher als vor 100 Jahren.
| Obwohl sich das globale Klima zweifellos verändert, sehen Experten die Hitze-Theorie bezüglich der Köcherbäume im Süden Namibias als nicht erwiesen an. IUCN stützt sich auf eine Studie, an der die südafrikanische Forscherin Wendy Foden mitgewirkt hat. Foden hatte bereits vor Jahren die umstrittene These vertreten, dass Süd-Namibia die Folgen des Klimawandels schon seit 100 Jahren zu spüren bekomme: Es sei heißer geworden, was zum Absterben ganzer Köcherbaum-Populationen geführt habe. In der Forschung wurde kritisiert, dass Foden sich lediglich auf Computer-Simulationen der Klimaentwicklung berufe und Langzeit-Daten zu Temperatur und Regen an den Standorten sterbender oder toter Köcherbäume fehlen.
Botaniker, die mit der Flora der Region vertraut sind, bieten eine andere Erklärung zum Sterben von Köcherbaum-Gruppen an: Alle Bäume der betroffenen Population haben zu gleicher Zeit gekeimt und sterben daher auch fast zeitgleich aufgrund hohen Alters. Gruppen gleichen Jahrgangs mag es deshalb geben, weil die Pflanze möglicherweise mehrere gute Regenjahre in Folge braucht, um die kritische Phase vom Keimling zum jungen Baum zu überleben: Erst ab einer gewissen Größe ist die Stamm-Sukkulente fähig, genügend Wasser zu speichern, um Dürreperioden zu überstehen. Im trockenen Süden Namibias jedoch schwankt die Regenmenge von Jahr zu Jahr und auch von Ort zu Ort sehr stark. Große Lücken zwischen einer und der nächsten Pflanzen-
Generation ließen |
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Köcherbaum: Mit dem Wasserspeicher im Stamm gegen Dürre gewappnet |
sich also damit erklären, dass manchmal Jahrzehnte vergehen, bevor an einem bestimmten Standort mehrere Jahre in Folge ausreichend Regen fällt.
in größeren Gruppen vor. Schon vor Jahren wurde dort ein Projekt zur Erforschung und Nachzucht gestartet.