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Mit drei Vespas durch den Canyon - 15.06.10
Mit dem Motorroller durch den Fischfluss Canyon – unmöglich, würde jeder sagen, der den zweitgrößten Canyon der Welt mit eigenen Augen gesehen hat. Sechs Mitglieder des Kapstädter Vespa Clubs versuchten es im Jahr 1968 trotzdem und erlebten ein unvergleichliches Abenteuer!
Drei von ihnen kehrten am vergangenen Wochenende an den Fischfluss Canyon zurück. Gondwana-Geschäftsführer Mannfred Goldbeck hatte sie ausfindig gemacht und zu einer Wiedersehensfeier ins Cañon Roadhouse eingeladen. Johnnie Johnson (76 Jahre), Aubrey Jackson (78)und Graham Nell (72) reisten dazu aus Kapstadt an. Vor geladenen Gästen zeigten sie Dias und erzählten ihre Geschichte.
Vespa-Veteranen Aubrey Jackson, Graham Nell und Johnnie Johnson (l.n.r.) bei der Wiedersehensfeier im Cañon Roadhouse / Logo der Vespa Expedition 1968
Der Kapstädter Vespa Club hatte 1967 gewettet, dass einige seiner Mitglieder als erste mit einem Fahrzeug den zweitgrößten Canyon der Welt durchqueren würden. Sie wollten am Hauptaussichtspunkt in den Canyon steigen und ihre Vespas 80 Kilometer bis nach Ai-Ais bringen.
Nach sechsmonatigen intensiven Vorbereitungen machten sich die Männer am 9. Juli 1968 auf den Weg zum Fischfluss Canyon - mit drei Motorrollern, Ersatzteilen und Ausrüstung. Die Vespas trugen die Namen Veni, Vidi und Vici (Zitat des römischen Kaisers Julius Caesar: Ich kam, ich sah, ich siegte). Für die 500 Höhenmeter, die Wanderer in rund zweieinhalb Stunden bewältigen, benötigten die Männer zweieinhalb Tage, und das bei bis zu 40 Grad Hitze. Die 80 bis 100 kg schweren Motorroller beförderten sie mithilfe von Sicherungsseilen und Winden Steilwände und losen Schotter hinunter, wuchteten sie mit schierer Muskelkraft über große Felsbrocken... Beim Abstieg gab es den ersten Verlust: Am Rande eines Abgrunds riss ein Sicherungsseil und Veni stürzte in die Tiefe. Dennoch schrieben die Männer am Abend des 12. Juli Geschichte: Sie erreichten mit zwei Vespas den Grund des Canyons.
Bis ins Detail vorbereitete Expedition: Am Hiker's Point wird Vici abgeseilt
Ab dort wurden die beiden Vespas gehoben, geschoben, gestoßen, gezogen... Der Sand drang durch alle Ritzen und Spalten, die Motoren setzten immer wieder aus. Für den Transport über Wasser benutzten die Männer ein Schlauchboot. Trotz kräftezehrender Bemühungen legten sie keine zwei Kilometer am Tag zurück.
Vom Transportmittel zum Transportgut (l.n.r.): Johnnie Johnson, Graham Nell und Tony Beckley mit Vici
Am 15. Juli kam es fast zur Katastrophe. Als die Männer Vici mit dem Schlauchboot über den Fluss bringen wollten, kenterte das Boot. Vici versank im Fischfluss - und zog den Schwimmer mit sich in die Tiefe, der sich zum Ziehen ein Seil umgebunden hatte. Nur mit knapper Not konnte er sich befreien und wieder auftauchen.
An den kommenden beiden Tagen kämpften sich die Männer weiter mit Vidi durch den Canyon, bis Wasser, Modder und feiner Staub ihren Tribut forderten. Der Motor der Vespa sprang nicht mehr an. Am 18. Juli verließen sie den Canyon über den Notausstieg bei den Schwefelquellen. Ihre Bilanz: Sie hatten drei Vespas verloren und waren täglich durchschnittlich nur etwa anderthalb Kilometer vorangekommen. Aber sie hatten die ersten Reifenspuren im Canyon hinterlassen und eine Erfahrung gemacht, die sie ihr Leben lang nicht vergessen würden.
Die ausführliche Geschichte der Vespa-Expedition möchte Gondwana in Kürze in einem Büchlein veröffentlichen, das in den Unterkünften Cañon Roadhouse, Cañon Lodge und Cañon Village erhältlich sein wird.
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