Delikatessen aus dem Kalahari-Sand - 27.05.10
Von den 240 verschiedenen Trüffelarten, die es weltweit gibt, kommt in Namibia nur die Kalahari-Trüffel (Terfezia Pfeilii) vor.
Trüffeln gehören zu den Schlauchpilzen. Sie sind nicht nur wegen ihres erlesenen Geschmacks so beliebt und teuer, sondern auch, weil sie als Rarität gelten. Ihr Vorkommen ist von Witterung und Klima abhängig. In Namibia wachsen sie nur, wenn gegen Ende der Regenzeit (März/April) ergiebige Niederschläge verzeichnet werden. Das ist nicht jedes Jahr der Fall.



Hinzu kommt, dass die Trüffelsuche gar nicht so einfach ist, denn Trüffeln wachsen unterirdisch. Während in Europa gern Schweine und Hunde zum Aufstöbern dieser besonderen Pilzart verwendet werden, wissen hier bei uns in Namibia die Einheimischen in den Trüffelgebieten die Anzeichen für ihr Vorkommen am Besten zu deuten.
Trüffeln wachsen in der Regel in Verbindung mit bestimmten Wirtspflanzen. Sie kommen in den tiefen Sandböden im Osten und Norden Namibias vor, in Gemeinschaft mit bestimmten Federgräsern, Akazienarten und einer bestimmten wilden Melonenart. Weitere Orientierungspunkte bei der Suche sind Risse im Boden und leichte Erhebungen.

Unsere Kalahari-Trüffeln gehören gemeinsam mit den Afrikanischen Trüffeln, die auch Löwentrüffeln genannt werden, der Familie der Wüstentrüffeln (Terfeziaceae) an. Obwohl sie den echten Trüffeln (Tuberales) zugeordnet werden, werden sie in Europa als geschmacklich minderwertig eingestuft. Als Königin der Trüffeln gelten hier die Speisetrüffeln (Tuberaceae). Wer jedoch einmal die Kalahari-Trüffeln probiert hat, wird ihren wilden Wüstengeschmack zu schätzen wissen. Übrigens gehört zum Genuss dieser Trüffel das leichte Knirschen einiger Kalahari-Sandkörner (auch durch intensivstes Waschen und Bürsten nicht auszuschließen).