Kesselschlacht am Waterberg - Namibia Safari und Lodges - Gondwana Collection

Namibia. Wie oft muss man in diesem einzigartigen Land gewesen sein, um es zu kennen? Wie lange dauert es, eins mit seiner Kultur zu werden, seine Seele zu verstehen, seine Naturwunder zu begreifen?

Willkommen bei Gondwana Collection

Manche sagen, das dauert ein Leben lang. Wir sagen, zwanzig mal reicht. Denn seit mehr als 20 Jahren bauen wir an den namibischen Plätzen unfassbarer Naturwunder und Kulturgeschichten fantastische Erlebnislodges. Manchmal aus historischen Farmen, immer in der Tradition unseres Landes und mit verwöhnendem Komfort. Mehr als 20 Lodges und ein Hotel sind es bis heute, und trotzdem verstehen wir uns nicht als Hotelkette. Denn jede Unterkunft hat ihren eigenen Charakter. Jede liegt in unmittelbarer Nähe einer spektakulären Sehenswürdigkeit. Jede ist ein Erlebnis für sich, mit Abenteuern zum Greifen nah und Herzklopfen inklusive. Und wenn Sie von Ihren Safaris in die überwältigende Natur und Tierwelt zurückkehren, beginnt umsorgt von namibischer Gastfreundschaft der zweite Teil eines großartigen Tages.

Das ist das Gondwana-Gefühl. Namibia aus ganzem Herzen.

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Aktuelle Meldungen

Kesselschlacht am Waterberg

Avatar of inke inke - 14. August 2015 - Entdecken Sie Namibia

Schutztruppenlager am Waterberg. Quelle: Namibisches Nationalarchiv

11. August 1904. Seit sieben Monaten herrscht Krieg zwischen Herero und Deutschen in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Unter Führung von Ober-Chief Samuel Maharero versammelt sich das Hauptheer der Herero auf der südöstlichen Seite des Waterbergs - mit Frauen, Kindern und Alten sowie mit Rindern und Ziegen. Dort gibt es mehrere Quellen und Wasserstellen sowie Weide für die Rinder und Ziegen. Agrarexperten schätzen heute, dass bis zu 15.000 Menschen mit ihrem Vieh dort für einige Wochen leben können. Daraus schließen Historiker auf eine Zahl von bis zu 3.000 Herero-Kämpfern.

Der deutsche General Lothar von Trotha, der das Kommando der Schutztruppe im Juli von Theodor Leutwein übernommen hat, versucht mit rund 2.500 Soldaten (nach Tröndle 2012), die Herero am Waterberg einzukesseln und vernichtend zu schlagen. In Okahandja lässt er ein großes Gefangenenlager anlegen.

Doch er hat die Schlagkraft seiner Truppen offenbar überschätzt - und die Kampfkraft der Herero gewaltig unterschätzt. Mit Vorder- und Hinterladern bewaffnet, geländekundig, an den Kampf im Busch gewöhnt und ausgeruht, empfangen die Herero in strategisch günstig angelegten Stellungen die aus verschiedenen Richtungen heranrückenden Abteilungen der Deutschen. Eine Gruppe der Deutschen verirrt sich, die 30 Geschütze und 14 Maschinengewehre entfalten im undurchsichtigen Busch nicht ihre Wirkung. Wohl aus Mangel an Munition stellen die Herero den Kampf jedoch am Abend ein. 26 deutsche Soldaten fallen, 60 werden verwundet. Opferzahlen der Herero sind nicht bekannt.

Flucht in den Tod

Samuel Maharero beschließt mit seinen Gefolgsleuten bei Hamakari daraufhin, durch die Kalahari in das britische Protektorat Betschuanaland (Botswana) zu fliehen. Ihr Volk zieht mit einem Großteil des Viehs zwischen den Abteilungen der Deutschen hindurch in Richtung Osten. Soldaten und Pferde der Schutztruppe sind erschöpft, für Nachschub ist nicht ausreichend gesorgt. So kann die Verfolgung erst zwei Tage später beginnen und muss bald wieder abgebrochen werden. Ein militärischer Fehlschlag für General von Trotha.

Doch auch der Zug der Herero durch die Buschsavanne der Kalahari erweist sich als Katastrophe. Das Wasser an den Wasserstellen reicht für die Menge der Menschen nicht annähernd aus. Einige Historiker meinen, dass es in der Regenzeit im Gebiet der Herero östlich vom Waterberg gut geregnet hat, aber weiter im Osten kaum Regen gefallen ist. Wieviele Menschen auf dem Zug ums Leben kommen, weiß man nicht. Doch in Botswana werden später nur rund 1.400 Herero gezählt.

Von Trotha befiehlt daraufhin, die Wasserstellen am Westrand der Kalahari zu besetzen, und erlässt am 2. Oktober seinen berüchtigten Schießbefehl: "Innerhalb der Deutschen Grenzen wird jeder Herero mit und ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber oder Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück, oder lasse auf sie schießen." Wegen der Empörung in Deutschland und im Ausland wird der Befehl Wochen später zurückgenommen und von Trotha nach Deutschland zurückbeordert.

Tausenden Herero gelingt es, in kleinen Gruppen im Busch zu überleben. Trotz aufwändiger Streifzüge und Patrouillien der Schutztruppe werden immer wieder Farmen überfallen. So verfasst der neue Gouverneur Friedrich von Lindequist am 1. Dezember 1905 schließlich einen Aufruf an die Herero: Jeder, der sich stellt, solle gerecht behandelt werden sowie Verpflegung und Kleidung erhalten. Zugleich bittet er die Missionare um Hilfe, zu denen viele Herero noch Vertrauen haben. Mit Erfolg: In vier Sammellagern der Missionare werden bis Oktober 1906 über 12.000 Herero aufgenommen und entwaffnet.

Massensterben im KZ

Von dort aus werden sie in Konzentrationslager geschickt, die nach dem Vorbild der Briten im Burenkrieg in Windhoek, Swakopmund und Lüderitz errichtet wurden, und zu harter Arbeit etwa im Bahnbau eingesetzt. Von Lindequist bricht sein Versprechen: Die Verpflegung ist schlecht, viele Gefangene sterben an Krankheiten oder Erschöpfung. Von Oktober 1904 bis März 1907 werden fast 7.700 Tote registriert - rund 30 Prozent der Gefangenen.

Erst nach einem empörten Bericht von Major Ludwig von Estorff über die Zustände im Lager auf der Haifischinsel in Lüderitz werden die Bedingungen nach und nach verbessert. Am 27. Januar 1908, dem Geburtstag von Kaiser Wilhelm II., werden die Gefangenen entlassen.

Die fürchterliche Bilanz: Wird die Zahl der Herero vor dem Krieg auf 60.000 bis 80.000 geschätzt, so ergibt der Zensus von 1911 gerade einmal 19.423 Herero. Mit den Flüchtlingen in Botswana und anderen Gebieten außerhalb des deutschen Herrschaftsbereichs kommt man auf 20.000 bis 25.000. Die Zahl der Opfer liegt damit irgendwo zwischen 35.000 und 60.000 - mehr als die Hälfte, vielleicht sogar fast drei Viertel des Volkes.

Die Überlebenden finden sich in einer Welt wieder, die nicht mehr ihre Heimat ist: Das Land, auf dem sie vor dem Krieg gelebt hatten, ist konfisziert und wird an deutsche Siedler verkauft, der Besitz von Vieh ist ihnen verboten. So bleibt ihnen nur die Arbeit auf Farmen und in den Orten oder ein Leben in einem der Reservate.

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