Diamantenschmuggel im Freudenhaus - Namibia Safari und Lodges - Gondwana Collection

Namibia. Wie oft muss man in diesem einzigartigen Land gewesen sein, um es zu kennen? Wie lange dauert es, eins mit seiner Kultur zu werden, seine Seele zu verstehen, seine Naturwunder zu begreifen?

Willkommen bei Gondwana Collection

Manche sagen, das dauert ein Leben lang. Wir sagen, zwanzig mal reicht. Denn seit mehr als 20 Jahren bauen wir an den namibischen Plätzen unfassbarer Naturwunder und Kulturgeschichten fantastische Erlebnislodges. Manchmal aus historischen Farmen, immer in der Tradition unseres Landes und mit verwöhnendem Komfort. Mehr als 20 Lodges und ein Hotel sind es bis heute, und trotzdem verstehen wir uns nicht als Hotelkette. Denn jede Unterkunft hat ihren eigenen Charakter. Jede liegt in unmittelbarer Nähe einer spektakulären Sehenswürdigkeit. Jede ist ein Erlebnis für sich, mit Abenteuern zum Greifen nah und Herzklopfen inklusive. Und wenn Sie von Ihren Safaris in die überwältigende Natur und Tierwelt zurückkehren, beginnt umsorgt von namibischer Gastfreundschaft der zweite Teil eines großartigen Tages.

Das ist das Gondwana-Gefühl. Namibia aus ganzem Herzen.

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Aktuelle Meldungen

Diamantenschmuggel im Freudenhaus

Avatar of inke inke - 18. September 2015 - Entdecken Sie Namibia

In der deutschen Kolonie herrschte zur Zeit des Diamantrauschs Frauenmangel. Diese Zeichnung ziert heute noch eines der Geisterhäuser von Kolmanskuppe.

Während er den feinen Wüstensand der Namib von den Bahngleisen schaufelte, entdeckte der Arbeiter Peter Zacharias Lewala einen vielversprechend schimmernden Stein. Dieser Stein sollte den Lauf der Geschichte nachhaltig beeinflussen und eine verschlafene südwestliche Ecke Deutsch-Südwestafrika völlig verändern: 

Der Glücksfund zwischen den Eisenbahnhaltestellen Grasplatz und Kolmanskuppe, 24 km östlich von Lüderitzbucht, war der Funken, der bald darauf einen Diamantenrausch entfachte. An diesem windigen Tag Anfang April 1908 überreichte Lewala den Stein seinem Vorarbeiter, der ihn wiederum seinem Vorgesetzten August Stauch weitergab. Stauchs Name ist unauslöschlich mit dem Diamantenboom in Deutsch-Südwestafrika verbunden. An diesem Tag prüfte er die Härte des Steins, indem er sein Uhrglas einritzte. Hoffnungsvoll reiste er am darauffolgenden Tag nach Lüderitzbucht und stattete Eisenbahndirektor Emil Kreplin einen Besuch ab. Doch auch dieser konnte nicht sagen, ob es sich bei dem Fund um einen Diamanten handelte. 

Also suchten die beiden Männer Rat beim Bauunternehmer Max Weidtmann, der ihnen ebenfalls nicht weiterhelfen konnte. Weidtmann schlug jedoch vor, den Oberarzt des Eisenbahnkrankenhauses in Aus, Dr. Peyer aufzusuchen, der ein gut ausgestattetes Labor hatte. Die drei Männer fuhren am nächsten Tag mit einer Lokomotive nach Aus und baten Dr. Peyer, den Stein zu untersuchen. 

Schon hier zeigte sich, dass Diamanten offenbar in den meisten Menschen eine schier unbezwingbare Gier hervorrufen: Bevor Dr. Peyer überhaupt irgendwelche Tests durchführte, fragte er zunächst, wie ihn die Männer für seine Mithilfe vergüten würden, wenn es sich bei dem schimmernden Stein tatsächlich um einen Diamanten handeln sollte. Die Männer boten ihm fünf Prozent Anteile an ihrer geplanten Diamantgesellschaft an. Peyer war erst zufrieden, als er die Zusage schriftlich auf Papier hatte. Dann verschwand er in seinem Labor, um den Stein zu untersuchen. Als er wieder auftauchte, lag ein schillernder Stein in Fluorwasserstoff: „Gratuliere, meine Herren, es ist ein Diamant.“ 

Die vier Männer vereinbarten, zunächst Stillschweigen zu bewahren. Stauch steckte Claims ab und erwarb dafür Abbaulizenzen, bevor er mit seinem Fund an die Öffentlichkeit ging. Nachdem die ersten Zweifel beseitigt waren, dass es sich um eine Eintagsfliege handeln könnte, setzte der Diamantenboom ein; der Abbau wurde ernsthaft vorangetrieben. Der schimmernde Stein, den Peter Zacharias Lewala aufgehoben hatte, war der erste von mehr als 1000 kg Diamanten im Wert von etwa fünf Millionen Karat, die in Deutsch-Südwestafrika vor dem Ersten Weltkrieg abgebaut wurden. In der Wüste entstanden Diamantenstädte, Diamantensucher strömten in das Gebiet. Lüderitzbucht veränderte sich, denn die Diamanten brachten Wohlstand. 

Die Polizei bekam die zunächst chaotischen Zustände des Diamantrauschs nach und nach unter Kontrolle. Sie hatte die schwierige Aufgabe, Diamantenschmuggel und illegalen Handel zu unterbinden. Bei den Schmugglern kannte der Erfindungsreichtum keine Grenzen: Also mussten Polizisten Absätze von Schuhen entfernen, weil darin Diamanten versteckt sein könnten; sie schnitten Seifen, Würste und Brote durch, holten Pferden und Maultieren die Hufeisen ab; Vertragsarbeiter mussten Rhizinusöl trinken, bevor sie auf Heimurlaub gingen. 

Aus der Zeit des Diamantrauschs in Deutsch-Südwestafrika sind viele bunte Geschichten überliefert, wie auch die vom scharfen deutschen Schäferhund Moritz. Moritz gehörte Madame Zimmer, der Eigentümerin des Lüderitzer Bordells. Zu den Aufgaben des Hundes gehörte die Abschreckung von Kunden, die ihre Rechnungen nicht begleichen konnten. Inoffiziell bewachte er Diamanten, die im doppelten Boden seiner Hundehütte versteckt waren.  

Die Polizei hegte schon lange den Verdacht, dass Madame Zimmer in den illegalen Diamantenhandel verwickelt war. Niemand kam jedoch auf die Idee – oder mangelte es ihnen an Mut? -, bei den regelmäßigen Bordelldurchsuchungen Moritz‘ Hütte genauer in Augenschein zu nehmen. 1912 hatte Madame Zimmer genug von den ständigen Verhören durch die Polizei. Sie verkaufte ihr Bordell, um in Lourenço Marques in Mosambik neu anzufangen. Moritz ließ sie zurück; es ist nicht bekannt, was aus ihm wurde. Aber ihren kleinen Schoßhund nahm sie in einem Käfig mit. Bevor Madame Zimmer Lüderitz verließ, wurden sie und ihr Gepäck genauestens von der Polizei untersucht. Niemand kam auf die Idee, nach einem doppelten Boden im Käfig des kleinen Hundes Ausschau zu halten.

Die Polizei von Lüderitz blieb jedoch misstrauisch. Sie verständigte ihre Kollegen in Mosambik, die daraufhin die Korrespondenz von Madame Zimmer überprüften. Es dauerte nicht lange, bis zwei Komplizen, die Diamanten bei ihr hinterlegt hatten, mit ihr Kontakt aufnahmen. Die drei wurden verhaftet und nach Lüderitzbucht zurückgebracht, wo sie zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurden. Sie hatten allerdings Glück im Unglück: Berichten zufolge wurden sie 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs aus dem Gefängnis entlassen, als die Truppen der Südafrikanischen Union die Stadt einnahmen. 

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Diamentenabbau wieder aufgenommen und weiter nach Süden verlagert, wo reichere Vorkommen entdeckt wurden. Die Diamantenstädte in der Umgebung von Lüderitz wurden der Wüste überlassen, wie zum Beispiel Kolmanskuppe, das heute ein beliebtes Reiseziel für Touristen ist. Die Namib birgt eine Vielzahl glitzernder Geschichten über den Diamantenrausch, von denen die meisten unter dem feinen Wüstensand begraben liegen.

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