Matchball auf dem Brukkaros - Namibia Safari und Lodges - Gondwana Collection

Namibia. Wie oft muss man in diesem einzigartigen Land gewesen sein, um es zu kennen? Wie lange dauert es, eins mit seiner Kultur zu werden, seine Seele zu verstehen, seine Naturwunder zu begreifen?

Willkommen bei Gondwana Collection

Manche sagen, das dauert ein Leben lang. Wir sagen, zwanzig mal reicht. Denn seit mehr als 20 Jahren bauen wir an den namibischen Plätzen unfassbarer Naturwunder und Kulturgeschichten fantastische Erlebnislodges. Manchmal aus historischen Farmen, immer in der Tradition unseres Landes und mit verwöhnendem Komfort. Mehr als 20 Lodges und ein Hotel sind es bis heute, und trotzdem verstehen wir uns nicht als Hotelkette. Denn jede Unterkunft hat ihren eigenen Charakter. Jede liegt in unmittelbarer Nähe einer spektakulären Sehenswürdigkeit. Jede ist ein Erlebnis für sich, mit Abenteuern zum Greifen nah und Herzklopfen inklusive. Und wenn Sie von Ihren Safaris in die überwältigende Natur und Tierwelt zurückkehren, beginnt umsorgt von namibischer Gastfreundschaft der zweite Teil eines großartigen Tages.

Das ist das Gondwana-Gefühl. Namibia aus ganzem Herzen.

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Aktuelle Meldungen

Matchball auf dem Brukkaros

Avatar of inke inke - 25. September 2015 - Entdecken Sie Namibia

Der Brukkaros.

Hier ist die Einsamkeit zuhause. Grasbüschel biegen sich im Wind, ein Köcherbaum steht verloren auf der Fläche, die Sonne brennt erbarmungslos auf Pflanze und Stein. Nach mehreren Stunden Fahrt zum Sockel des vulkanförmigen Berges und zwei Stunden Aufstieg haben wir unser Ziel erreicht - den südwestlichen Kraterrand des Brukkaros nördlich von Keetmanshoop. 600 Meter über dem Rest der Welt, in der Mitte der Wildnis. Aber was ist das? Zwei Stahlrohre, eingelassen in Zementsockel, ragen hüfthoch aus dem Boden, etwa neun Meter voneinander entfernt. Zwischen ihnen erstreckt sich zu beiden Seiten eine rechteckige Fläche, die auffallend eben und frei von größeren Steinen ist. Na klar, ein Tennisplatz. Doch wer, bitteschön, spielt auf dem Kraterrand des Brukkaros Tennis?

Die Tennisspieler kamen aus den USA. Allerdings war Tennis nur ihr Zeitvertreib. Ihr eigentliches Interesse galt der Sonne: Der Astrophysiker William Hoover und sein Assistent Frederick Greeley betrieben im Auftrag der Smithsonian Institution und der National Geographic Society der USA auf dem vulkanartigen Berg ein Observatorium. Mit täglichen Messungen wurden Daten zu Schwankungen der Sonnenenergie gesammelt. Die Station bestand von Oktober 1926 bis Dezember 1931.

Schwankungen der Sonnenstrahlung, so die Theorie von Samual Langley, dem Gründer des Astrophysikalischen Observatoriums der Smithsonian Institution, hätten Einfluss auf das Wetter der Erde. Mit Hilfe der Daten zu den Schwankungen ließe sich das Wetter besser vorhersagen. Um die Strahlung möglichst gut messen zu können, brauchte man einen Standort auf einem hohen Berg (weniger Strahlungsverlust durch die Atmosphäre), nicht allzu weit vom Äquator entfernt (relativ hoher Sonnenstand auch im Winter), mit möglichst vielen wolkenfreien Tagen im Jahr. Ein Observatorium wurde auf Mount Montezuma in Chile errichtet, ein zweites auf dem Table Mountain im US-Bundesstaat California. Die Sonnenwarte auf dem Brukkaros sollte Messwerte aus Afrika liefern, mit denen jene aus Amerika verglichen werden konnten.

Der wissenschaftliche Erfolg hielt sich in Grenzen. Die Messwerte vom Brukkaros waren ungenau, weil die Geräte offenbar unter dem Transport gelitten hatten. So wurden die Daten behelfsmäßig mit einem Faktor korrigiert und im Abgleich mit denen der anderen beiden Observatorien nur zur Hälfte gewertet. Außerdem war es an vielen Tagen aufgrund starken, böigen Windes nicht möglich, mit den empfindlichen Geräten zu messen. Als weltweit die Instrumente und Methoden der Messung verbessert wurden, stellte sich heraus, dass die Strahlungs-Schwankungen sehr gering waren. Mehr und mehr bezweifelte man den Einfluss auf das Wetter.

Der Einsatz von Hoover und Greeley war dennoch nicht umsonst. Neben den Werten zur Sonnenenergie sammelten sie Wetterdaten und lieferten diese an den Wetterdienst in Windhoek - per Telefon, denn die südafrikanische Verwaltung hatte eine Telefonleitung zur Station legen lassen. Außerdem war eine Sandstraße bis zum Sockel des Brukkaros gebaut worden, damit die Geräte per Lastwagen angeliefert werden konnten. Die Station selbst war am südwestlichen Hang im Krater errichtet worden, knapp unterhalb des Kraterrandes, rund 600 m über dem Umland und 1.600 m über dem Meeresspiegel.

Das Leben am Kraterrand war kein Zuckerschlecken: Wasser musste in zwei Metallfässern mit dem Esel herauf gebracht werden; die Wasserstelle befand sich in der Schlucht unterhalb des Krater-Einschnitts am südöstlichen Rand des Ringberges. Für den täglichen Job des Wasserholens war zwar ein junger Nama zuständig, der auch im Haushalt half, aber dennoch musste man mit Wasser sparsam umgehen. Die Wäsche sandte man zu einer Nama-Frau im 15 km entfernten Berseba.

Hoover war nicht allein, sondern hatte seine Familie um sich. Seine Frau bestand auf täglich frischer Milch für ihre 18 Monate alte Tochter. Also musste eine Kuh her. Die erste starb an einem Schlangenbiss, die zweite musste erschossen werden, nachdem sie sich ein Bein gebrochen hatte, und die dritte wurde zeitweise mit Alfalfa gefüttert, weil kaum Weide vorhanden war. Lebensmittel wurden in einem Fliegengitterkasten im Schatten der Stoep (überdachte Veranda) kühl gehalten, bis ein elektrischer Kühlschrank angeschafft wurde - damals noch eine technische Neuheit.

Mit dem Tennisplatz wollten sich die Hoovers und Assistent Greeley also ein Stück Luxus leisten. Tennis muss damals eine weit verbreitete Sportart gewesen sein: Allein im kleinen Ort Keetmanshoop gab es vier Tennisclubs. Der Platz auf dem Kraterrand sollte sogar mit Zementboden versehen werden. Das Vorhaben scheiterte allerdings daran, dass nicht genügend Regen fiel, um den Zement anzumischen.

Im September 1929 endete der Vertrag von Hoover und Greeley; beide kehrten in die USA zurück. Die Station wurde von einem neuen Team zwei Jahre lang weiter geführt, bis der Betrieb im Dezember 1931 eingestellt wurde. Die Instrumente wurden demontiert und in die USA zurück transportiert. Heute sind nur noch die Ruinen der Gebäude zu sehen.

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