Namensgeber Namibias besucht erstmals die Namib - Namibia Safari und Lodges - Gondwana Collection

Namibia. Wie oft muss man in diesem einzigartigen Land gewesen sein, um es zu kennen? Wie lange dauert es, eins mit seiner Kultur zu werden, seine Seele zu verstehen, seine Naturwunder zu begreifen?

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Aktuelle Meldungen

Namensgeber Namibias besucht erstmals die Namib

Avatar of inke inke - 18. März 2016 - Entdecken Sie Namibia

Professor Kerina gab den Anstoß zur Namensgebung Namibias. Mit 83 Jahren besucht er erstmals die Namib.

Eines der größten Wunder und geologischen Schätze der Welt ist die Namib-Wüste. Im Westen Namibias erstreckt sie sich 2000 km entlang der Küste zwischen dem Olifants-Rivier in Südafrika und dem Carunjamba-Fluss in Angola. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Namibia nach dieser weitflächigen, uralten Wüste benannt wurde. Nur wenige wissen, dass der Mann, der den Anstoß zur Namensgebung gab, noch am Leben ist.  Und kaum einer weiß, dass er die ikonische Wüste nie mit eigenen Augen gesehen hat – bis vor Kurzem, im Alter von 83 Jahren. 

Im Oktober dieses Jahres hatte Gondwana Collection Namibia, Treuhänder eines kleinen Stücks dieser spektakulären Wüste, die Ehre, Professor Mburumba Kerina ins Herz der Namib einzuladen. Hoch oben auf den versteinerten Dünen erzählte er uns seine Geschichte und ging dabei auf die Rolle ein, die er bei der Namensgebung Namibias gespielt hat. Damals studierte er Politikwissenschaften, ein Stipendium hatte ihn nach Indonesien geführt. Dort erhielt Professor Kerina eine Einladung von Präsident Sukarno, dem ersten indonesischen Präsidenten nach der Unabhängigkeit des Landes von den Niederlanden. Beim Tee fragte Sukarno den jungen Mann: „Mein Sohn, wie heißt dein Land?“ Kerina entgegnete, er stamme aus Südwestafrika. Eine Antwort, die Sukarno nicht zufriedenstellte. Er sagte: „Sklaven und Hunde erhalten ihren Namen von ihren Haltern, freie Menschen geben sich selbst Namen.“ Er empfahl Kerina, einen Beitrag zu schreiben, in dem er einen Namen für sein Land vorschlagen sollte. Er könne es im Journal des Außenministeriums veröffentlichen. 

Nach Abschluss seines Studiums reichte Kerina im Namen von Chief Hosea Kutako bei den Vereinten Nationen eine Petition für die Unabhängigkeit Namibias ein. Eines Tages zeigte ihm der britische Missionar Reverend Michael Scott einen Artikel in der Sunday Times. Darin wurde beschrieben, wie der texanische Industrielle John Collins vor der südwestafrikanischen Küste Diamanten förderte. Kerina wurde plötzlich klar, dass die Küstengewässer Südwestafrikas ohne Weiteres von Südafrika annektiert werden könnten. Er erinnerte sich an die Bemerkung Sukarnos, dass das Land einen Namen brauche. „Zu dieser Zeit waren wir gerade damit beschäftigt, den Owambo People’s Congress ins Leben zu rufen, die Großmutter der SWAPO“, sagte Kerina. „Deshalb dachte ich zuerst, es sei das Beste, einen Oshiwambo-Namen für das Land zu finden, da er Zweidrittel der Bevölkerung repräsentieren würde.“ Doch dann entschied er, dass es klüger wäre, keine Bevölkerungsgruppe zu bevorzugen. Deshalb verwarf er auch den Hereronamen, der ihm in den Sinn kam und entschied sich für einen Namen, der vermutlich aus der Nama-Sprache stammt: „Namib“ bedeutet „große Fläche“, „Luftspiegelung“ (nami) oder auch „Weite der Landschaft“. Kerina schlug vor, das Land bei der Unabhängigkeit „Republik Namib“ zu nennen und die nationale Gesinnung als Namibianismus zu bezeichnen. Der Name setzte sich nach und nach bei der Swapo und den Vereinten Nationen durch und entwickelte sich schließlich zu Namibia.

Als sich Gondwana-Geschäftsführer Mannfred Goldbeck in seinem Büro in Windhoek mit Professor Kerina unterhielt, stellte sich heraus, dass der Professor, der 40 Jahre seines Lebens im Exil verbracht hatte, die Namib-Wüste nie mit eigenen Augen gesehen hat. Spontan lud er Kerina und dessen Familie auf die Namib Desert Lodge ein, die am Fuße der 20 Millionen Jahre alten versteinerten Dünen der Namib liegt. Professor Kerina nahm die Einladung erfreut an und verbrachte einige Wochen später eine Nacht im Namib Dune Star Camp. Mit Blick über die beeindruckende Wüstenlandschaft erzählte er, wie er die Welt bereiste und beeindruckende Würdenträger wie Mahatma Gandhi und Nelson Mandela traf. Er habe nie zuvor die Möglichkeit gehabt, die Schönheit unseres natürlichen Erbes, der Namib, zu erleben. Ein beschäftigter Mann, der noch keinen Gedanken an ein Rentnerdasein verschwendet und Bücher schreibt. Und als die Sonne die Landschaft in goldenes Licht taucht, fasste er in Worte, was dieses Erlebnis für ihn bedeutet: „Diese Einladung ist eine große Ehre für mich. Sie schließt den Kreislauf meines Lebens.“

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