Dunedin Star – dramatische Rettungsaktion an der Skelettküste - Namibia Safari und Lodges - Gondwana Collection

Namibia. Wie oft muss man in diesem einzigartigen Land gewesen sein, um es zu kennen? Wie lange dauert es, eins mit seiner Kultur zu werden, seine Seele zu verstehen, seine Naturwunder zu begreifen?

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Dunedin Star – dramatische Rettungsaktion an der Skelettküste

Avatar of olaf olaf - 02. Dezember 2016 - Entdecken Sie Namibia

Der Kapitän des Passagierdampfers ‚Dunedin Star‘ hält seinen Kurs von Liverpool in Richtung Kapstadt etwa 16 km vor Küste Südwestafrikas, als ein heftiger Ruck das Schiff erschüttert. Der Kiel mit dem Gang unter dem Maschinenraum wird weggerissen. Vermutlich ist die Dunedin Star auf den Clan Alpine Shoal aufgelaufen, einen Felsen, der auf den Seekarten zwar eingezeichnet ist, dessen genaue Position jedoch als zweifelhaft angegeben wird. 

S.O.S. – Dieser Notruf der Dunedin Star erreicht die Funkstation in Walvis Bay am 29. November 1942 um 21.30 Uhr. Die Lage des Schiffes wird durchgegeben; es ist an der Küste des Todes, der Skelettküste, in Seenot geraten. 

Die Dunedin Star hat mehr als 100 Menschen an Bord, davon 21 Passagiere, sowie wertvolles Kriegsgerät. Da das Schiff nach Schätzungen des Kapitäns innerhalb von drei bis vier Stunden volllaufen wird, beschließt er, auf die Küste zuzusteuern. Durch geschicktes Manövrieren gelingt es ihm, beim Auflaufen ein Auseinanderbrechen der Dunedin Star zu vermeiden. Die Funker bringen die Notausrüstung in Gang und fragen nach, ob Hilfe unterwegs sei. 

Der Nachrichtendienst in Walvis Bay teilt dem havarierten Dampfer mit, dass zwei Schiffe im Hafen liegen, die am 2. Dezember am Unglücksort eintreffen können. Das Minensuchboot Nerine und der Schlepper Sir Charles Elliot werden umgehend mit Lebensmitteln und Wasser beladen und laufen in Richtung Skelettküste aus. 

Ferner informiert der Nachrichtendienst in Walvis Bay die südafrikanische Marine und Luftwaffe in Kapstadt über die Havarie der Dunedin Star. Die Marine wiederum erreicht innerhalb weniger Minuten über Radio Slangkop zwei Schiffe in der Nähe des Unglücksorts. Der britischen Frachter Manchester Division und das norwegische Motorschiff Temeraire werden angewiesen, der Dunedin Star sofort Hilfe zu leisten. 

Der Kapitän der Dunedin Star befürchtet unterdessen, dass sein Schiff auseinanderbricht und beschließt, es zu evakuieren. Noch am 30. November werden die ersten Schiffbrüchigen mithilfe eines Motorbootes an Land abgesetzt, was sich wegen der hohen Brandung als höchst risikoreiches Unterfangen erweist. Nach der dritten Fahrt wird das Motorboot manövrierunfähig. 63 Menschen, darunter Frauen und Säuglinge, sind an Land. Der Kapitän und 43 weitere Passagiere und Besatzungsmitglieder befinden sich noch auf dem Schiff.

Einen Tag später taucht abends die Temeraire am Horizont auf, die Manchester Division trifft kurz darauf ein. Am nächsten Tag gelingt es den beiden Schiffen, die Menschen von der Dunedin Star zu bergen. Mit seinem letzten Funkspruch bittet der Kapitän dringend um ein Flugzeug, um die Menschen an Land mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. Sie können wegen der gefährlichen Brandung nicht von den Schiffen aus erreicht werden.

Die Schiffbrüchigen an Land sind zu diesem Zeitpunkt bereits der Verzweiflung nah. Sie sind ohne Schutz und mit äußerst knappen Lebensmittel– und Wasserrationen den Naturgewalten der Wüste ausgesetzt. Nachts ist es bitterkalt und neblig, die Gestrandeten schlafen ohne Schutz im Sand und erwachen morgens völlig durchnässt und steif. Die Tage sind heiß bei pfeifendem Wind, der den feinen Sand in Augen, Nase, Ohren und Haare treibt. Alle leiden unter schwerem Sonnenbrand, ihre Glieder sind aufgeschwollenen, die Augen eitern. Bei den drei Säuglingen besteht die Gefahr der Erblindung, vor der sie – wie sich später herausstellen soll - dank der Bemühungen eines ägyptischen Augenspezialisten unter den Schiffbrüchigen bewahrt werden können. Auch der zweite Arzt unter den Gestrandeten, der Schiffsarzt der Dunedin Star, versucht nach Kräften, das Leid der Schiffbrüchigen zu lindern. 

Per Spiegeltelegraph erhalten sie von der Manchester Division die Nachricht, dass bald ein Flugzeug mit Lebensmitteln bei ihnen eintreffen soll. Außerdem sei ein Rettungskonvoi von Windhoek aus auf dem Landweg zu ihnen unterwegs. Alle diese Hilfseinsätze werden vom Hauptquartier in Kapstadt in Zusammenarbeit mit den südwestafrikanischen Behörden koordiniert.

Am 2. Dezember treffen aus Walvis Bay die Nerine und der Schlepper Sir Charles Elliot beim Wrack der Dunedin Star ein. Die Temeraire nimmt daraufhin mit den Geretteten an Bord Kurs auf Walvis Bay. Auch der Schlepper Sir Charles Elliot macht sich, nachdem er seine Vorräte abgeladen hat, bald wieder auf den Rückweg.   

Am 3. Dezember startet ein brandneuer Lockheed Ventura Bomber der Luftwaffe aus Kapstadt nach Walvis Bay. Dort wird er mit Lebensmitteln und Wasserbehältern anstelle von Bomben ausgerüstet. Pilot Immins Naudé und seine drei Besatzungsmitglieder heben noch am selben Tag zu ihrem ersten Versorgungsflug zur Skelettküste ab. Sie staunen nicht schlecht, als sie etwa 100 km südlich der Position der Dunedin Star ein weiteres gestrandetes Schiff bei Rocky Point entdecken. Es ist eines der Rettungsschiffe, die Sir Charles Elliot!

Naudé verständigt über Funk die Zentrale in Walvis Bay und fliegt zu den Gestrandeten der Dunedin Star weiter. Nach dem Abwerfen der Lebensmittel fühlt sich die Ventura Crew moralisch verpflichtet, wenigstens den Versuch zu unternehmen, Frauen und Kinder auszufliegen. Naudé setzt sein Flugzeug trotz eines schweren Sandsturms und widriger Bodenverhältnisse sauber in der Wüste auf. Bei dem Versuch, es wieder in Startpositon zu bringen, bleibt es jedoch im Sand stecken. Trotz größter Anstrengungen gelingt es den Männern nicht, es wieder startklar zu machen. Die zweite Rettergruppe sitzt an der Skelettküste fest. Naudé informiert per Funk die Zentrale in Walvis Bay darüber. 

Die Situation auf dem leckgeschlagenen Schlepper Sir Charles Elliot bei Rocky Point spitzt sich unterdessen zu. Der Schlepper droht, auseinanderzubrechen. Schließlich gelingt es der Mannschaft nach mehreren erfolglosen Versuchen, sich an Land zu retten. Dabei ertrinken zwei Seeleute. Die Besatzung des Schleppers teilt nun das Schicksal der Gestrandeten der Dunedin Star; sie sind bei knappen Lebensmittel- und Wasserrationen schutzlos der Wüste ausgeliefert.

Bei der havarierten Dunedin Star versuchen die Mannschaften der Nerine und der Manchester Division inzwischen mithilfe von Flößen, Lebensmittel und Wasser an den Strand zu schicken. Die Flöße werden jedoch von der Strömung weggetrieben. Da die Vorräte der Nerine nun aufgebraucht sind, macht sie sich auf den Weg zurück nach Walvis Bay. 

Am 4. Dezember sticht deshalb der Minensucher Natalia in See, um den Gestrandeten der Dunedin Star zur Hilfe zu kommen. Da sie wie die Nerine über keine weitreichende Funkausrüstung verfügt, hat sie Brieftauben an Bord. Wer darüber ungläubig den Kopf schüttelt, wird bald eines Besseren belehrt: Nach dem Eintreffen der Natalia bei der Dunedin Star am 6. Dezember werden die Tauben immer paarweise mit den gleichen Nachrichten eingesetzt. Bis nach Walvis Bay müssen sie 600 km über ihnen unbekanntes Gebiet mit nur ein oder zwei Wasserlöchern fliegen. Etwa die Hälfte der Tauben trifft nach zehnstündigem Flug in Walvis Bay ein. Die von ihnen gelieferten Informationen sind für die weitere Planung der Rettungsaktion von unschätzbarem Wert. 

Bei etwas besseren Wetterbedingungen gelingt es der Mannschaft der Natalia, Flöße mit Lebensmitteln und Wasser zu den Gestrandeten an der Küste zu schicken. Bei der Suche nach einer Stelle, wo sie die Gestrandeten aufnehmen könnte, tritt bei der Natalia ein Defekt am Dampfkessel auf, weshalb sie unverzüglich in den Hafen von Walvis Bay zurückkehren muss. 

Die Versorgung der Gestrandeten wird zunächst aus der Luft fortgesetzt. Aus Kapstadt und Pretoria werden am 5. und 6. Dezember drei weitere Ventura Bomber geschickt, die Lebensmittel, Wasser, Zelte, Decken und Medikamente bei den Schiffbrüchigen der Dunedin Star und des Schleppers Sir Charles Elliot abwerfen.  

Die Piloten sind wegen ihres herausragenden fliegerischen Könnens und ihrer Nervenstärke für die Hilfsflüge ausgewählt worden. Einer von ihnen hatte schon einmal bei Rocky Point notlanden müssen. Er erklärt sich bereit, dort – ganz in der Nähe des gestrandeten Schleppers - eine Landung zu wagen. Am 8. Dezember setzt er auf einem 700 m langen, etwa 40 m breiten Sandrücken in etwa 70 m Entfernung von der Küstenlinie auf. Ein Kollege tut es ihm bald darauf nach. Dank des selbstlosen und mutigen Einsatzes dieser Piloten können alle gestrandeten Retter der Sir Charles Elliot in Sicherheit gebracht werden.  

Unterdessen machen sich das Hauptquartier in Kapstadt und die Rettungszentrale in Walvis Bay Sorgen um den Konvoi, der über Land zum Wrack der Dunedin Star unterwegs ist. Sie schicken zwei weitere Konvois hinterher, von denen einer zehn Tage später unverrichteter Dinge und völlig erschöpft zurückkehrt. Ein weiterer Konvoi, der auch mit Ausrüstung zum Bergen des festsitzenden Ventura Bombers ausgestattet ist, folgt den Spuren des vermissten Konvois. 

Im Hauptquartier weiß niemand, welche unglaublichen Strapazen die Mannschaft dieses ersten Konvois bereits hinter sich hat, als sie von einem Ventura Bomber aus am 8. Dezember in einem trockenen Flussbett etwa 20 km nördlich von Rocky Point gesichtet wird. Die acht Lastwagen des Konvois unter dem Kommando von Hauptmann Smith bleiben unablässig im Sand stecken. Sie haben sich in unerforschtes Gebiet vorgewagt, denn die Namib westlich von Kamanjab ist 1942 ein weißer Fleck auf der Landkarte. Die Begleitmannschaft des Konvois bricht in Jubelschreie aus, als sie das Meer sieht. Sie hat Geschichte geschrieben: Als erste hat sie mit einem Konvoi von Motorfahrzeugen das Kaokoveld durchquert und die Küste erreicht. Nun beginnt der mühsame Weg 80 km an der Küste entlang nordwärts zu den Gestrandeten der Dunedin Star. 

Doch nicht nur die Rettungsbemühungen über Land werden fortgesetzt. Die Rettungszentrale will zur Bergung der Gestrandeten einen weiteren Versuch vom Meer aus unternehmen. Dafür hat sie einen lokalen Kenner der südwestafrikanischen Küste, Kapitän Hansen, verpflichtet, der 50 km südlich von Walvis Bay ein Fischereiunternehmen betreibt. Seine Angestellten sind ausgezeichnete Bootsleute. Er ist bereit, ein Brandungsboot für den Rettungsversuch der Gestrandeten zur Verfügung zu stellen. 

Kapitän Hansen trifft am 9. Dezember an Bord der Nerine beim Wrack der Dunedin Star ein. Die Wetterbedingungen sind günstig. Bei wenig Wind und vergleichsweise leichter Dünung versuchen Hansen und seine Mannschaft in einer mutigen Aktion, die Gestrandeten zu retten. Einem der Seeleute gelingt es, schwimmend ein Seil an Land zu bringen und zwischen dem Brandungsboot und der Küste zu spannen. Vierzehn der gestrandeten Männer können mithilfe des Seils das Brandungsboot von Kapitän Hansen erreichen. Danach sollen mit einem kleinen Boot Frauen und Säuglinge geholt werden. Das Boot kentert, zwei Frauen mit ihren Säuglingen werden ins Brandungsboot gerettet. Die anderen werden durch das beherzte Eingreifen von Pilot Naudé und einiger anderer am Strand zurückgebliebener Männer an Land gezogen.  

Am darauffolgenden Morgen ist die Brandung wieder so stark, dass das Brandungsboot nicht eingesetzt werden kann. Erst nachmittags wird es ruhiger und elf weitere Männer schaffen es mithilfe des Seils zum Rettungsboot. Danach fährt die Nerine nach Walvis Bay, um die 26 Geretteten abzuladen. 41 Schiffbrüchige – darunter die Flugzeugbesatzung um Immins Naudé – bleiben bei der Dunedin Star zurück. Sie warten auf den Konvoi, der nach ihrem Informationsstand jederzeit eintreffen müsste. 

Der Konvoi kommt jedoch nur im Schneckentempo voran. Er bleibt in Salzpfannen stecken, dichter Nebel erschwert die Orientierung, teilweise regnet es sogar. Am 12. Dezember, in 3 km Entfernung vom Wrack, kommt er wieder zum Stillstand. Zwei Männer machen sich zu Fuß auf den Weg zum Lager der Schiffbrüchigen, wo sie mit Hochrufen empfangen werden. 

Pilot Immins Naudé kommt dem Konvoi zu Hilfe, er hat Erfahrung mit dem Fahren von Lastwagen im tiefen Sand. Er lässt Drahtgeflecht und Zeltplanen auslegen, bringt einen Lastwagen zum Lager durch und lädt Proviant und Schutzvorrichtungen auf. Später manövriert er einen weiteren Lastwagen durch den tiefen Sand, um alle zurückgebliebenen Gestrandeten aufzuladen. Die ganze Gruppe besteht nun aus 63 Menschen, Rettern und Geretteten. Der Konvoi trifft auf dem Rückweg auf den zweiten Konvoi, der den wertvollen Ventura Bomber bergen soll. Naudé überzeugt die Männer davon, dass ihre Ausrüstung nicht ausreicht, um das Flugzeug wieder startklar zu machen. Der gemeinsame Konvoi macht sich auf den Rückweg. 

Bei Rocky Point wartet ein Ventura Bomber, um einen Teil der Schiffbrüchigen auszufliegen. Am 16. Dezember nimmt er sechs Frauen, einen Säugling, die Ventura-Besatzung um Naudé und einen Arzt an Bord. Beim Landeanflug auf Walvis Bay bekommt eine schwangere Frau ihr gesundes Baby. Nachmittags werden mit einem weiteren Rettungsflug nach Rocky Point die restlichen Gestrandeten ausgeflogen. Alle werden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht, können jedoch bald entlassen werden. Sie verbringen eine himmlische Nacht in weichen Betten zwischen sauberen Laken. 

Der Konvoi tritt unterdessen den beschwerlichen Rückweg nach Windhoek an. Die Riviere führen inzwischen Wasser, was die Überquerungen erschwert. Regen weicht den Boden auf, die Lastwagen bleiben immer wieder im Schlamm stecken. Bis Kamanjab muss der Konvoi drei Fahrzeuge zurücklassen. Am 25. Dezember trifft er in Windhoek ein. Alle Männer sind völlig zerlumpt und erschöpft; ihre Schuhsohlen sind durchgelaufen. Sie werden als Helden gefeiert. Der Kommandeur des Konvois, Hauptmann Smith, sagt nach der 2400 km langen Reise: „Ich zweifele daran, ob es möglich wäre, eine noch schwierigere Fahrt zu unternehmen als die, die wir erlebt haben.“

Doch zurück nach Walvis Bay: Während sich der Konvoi mühevoll auf Windhoek zubewegt, läuft das Minensuchboot Crassula in der Nacht vom 17. auf 18. Dezember von Walvis Bay aus. An Bord ist Kapitän Hansen mit seiner Mannschaft, der Teile der wertvollen Kriegsfracht der Dunedin Star bergen soll sowie auch – nach nur einer guten Mahlzeit und kaum einer Stunde in der Zivilisation – Pilot Immins Naudé. Er soll dabei helfen, seinen eigentlich intakten 30.000 Pfund Sterling Bomber mithilfe von 2000 m Maschendraht wieder in die Luft zu bringen. Als die Bergungsexpedition am 3. Januar nach Walvis Bay zurückfährt, konnten 300 Tonnen Fracht der Dunedin Star gerettet werden; nicht jedoch der Ventura Bomber, da die Brandung während der gesamten Bergungsaktion so hoch war, dass niemand an die Küste gelangen konnte. 

Nicht einmal zwei Wochen später, am 17. Januar 1943, wird ein weiterer Konvoi zur Bergung des Flugzeugs von Windhoek aus an die Skelettküste geschickt. Mit von der Partie ist Immins Naudé sowie ein Raupenschlepper, der die Lastwagen immer wieder aus dem Sand zieht. Der Konvoi kommt nach neun Tagen beim Flugzeug an. Vier Tage dauert es, die tief in den Sand eingesunkene Ventura auszugraben. Der Raupenschlepper zieht sie in Startposition. Am 29. Januar um 13 Uhr bringt Naudé seine Ventura mit einem perfekten Start in die Luft.

Wer glaubt, dass Naudés Odyssee nun endet, irrt: Nach einer Dreiviertelstunde fängt der Motor der Ventura 100 m über dem Meer in der Nähe von Rocky Point an zu spucken. Die Steuerbordmaschine fällt aus, das Flugzeug stürzt 200 m vom Strand entfernt ins Meer. Alle drei Männer überleben mit Verletzungen und können sich an den Strand retten. Sie schleppen sich zu der Stelle, an der der Konvoi von der Dunedin Star kommend ins Flussbett nach Osten einbiegen müsste. Dort warten sie an einem Wasserloch fast ohne Nahrung, bis der Konvoi sie zwei Tage später aufnimmt. Sie sind in sehr schlechter Verfassung, vor allem Naudé muss dringend medizinisch versorgt werden. Vier Tage darauf treffen sie in Windhoek ein. 

Damit geht eine der wohl dramatischsten Rettungsaktionen an der südwestafrikanischen Küste zu Ende, bei der unter Aufbietung aller Kräfte und dank des selbstlosen Einsatzes jedes einzelnen Helfers alle Schiffbrüchigen der Dunedin Star in Sicherheit gebracht werden konnten. Zwei Seeleute des zur Hilfe geeilten und später gestrandeten Schleppers Sir Charles Elliot ertranken. Einige der Retter, darunter Immins Naudé, haben sich gesundheitlich nie ganz von den Strapazen erholt. Es entstand erheblicher Sachschaden.

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