1909: Erste europäische Patrouille erreicht das Sossusvlei - Namibia Safari und Lodges - Gondwana Collection

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Aktuelle Meldungen

1909: Erste europäische Patrouille erreicht das Sossusvlei

Avatar of inke inke - 17. Februar 2017 - Entdecken Sie Namibia

Das Sossusvlei nach einer guten Regenzeit.

Im Kolonialblatt von 1910 beschreibt Oberleutnant Walter Trenk von der deutschen Schutztruppe seinen Versuch, im Jahr 1909 als erster Europäer das Sossusvlei zu erreichen. Hier ist ein Auszug aus seinem Bericht:

„Das gute Regenjahr bewog mich, den von den anderen schon mehrfach vergeblich unternommenen Versuch, das nur durch Erzählungen Eingeborener bekannte Sossus-Vley und das sagenhafte ‚Buschmannsparadies‘ zu erreichen, nach mehrmaligem Abkommen zu wiederholen.“ 

Trenk war bekannt, dass Leutnant Rudolf van Eckert bereits 1894 versucht hatte, zum Sossusvlei zu gelangen. Van Eckert war dabei ums Leben gekommen wie auch im Jahr 1905 der Tierarzt der Schutztruppe, Johann Regge, der in den Dünen verdurstet war. 

„Meine Bemühungen einen eingeborenen Führer zu bekommen, waren vergeblich. Bei Besprechungen mit alten Farmern erfuhr ich, dass ich wohl keine Eingeborenen finden würde, da nur wenige das Vley kennen sollen und diese darüber schweigen.“ Trotzdem machte sich Trenk am 11. Februar 1909 mit einer 15 Mann starken Patrouille von Sesriem aus auf den Weg.  

„Das Tsauchab-Rivier fließt von Sesriem aus zunächst kanonartig eng und steil in Sandstein eingezwängt, erweitert sich dann etwas, um mit Beginn der Flugsanddünen in einem 3 bis 4 km breiten Tale fast genau westlich zu zeigen. Das Ende dieses Tales bildet ein etwa 3 bis 4 qkm großes Vley ohne Wasser; es ist – außer nach Osten – auf allen Seiten von Flugsanddünen umgeben. Das Rivier wird an beiden Seiten von hohen Flugsanddünen begleitet, die ihre Front nach Südwest haben und unübersehbare Sandgebirge bilden.“ 

Trenk schreibt in seinem Bericht, dass das Tal früher einen reichen Baumbestand gehabt haben muss. „Bis auf fast 35 km westlich Sesriem zeigt es, häufig fast in seiner ganzen Breite, waldähnlichen Bestand von abgestorbenen Bäumen; nur im eigentlichen Rivier sind die Bäume grün und stehen sehr dicht, im weiteren Verlauf sind sie teilweise verschüttet. Im Rivier selbst stand bis auf etwa 45 bis 50 km Gras, dabei eine mir bisher unbekannte Grassorte, die ähnlich dem Stechgras in Büscheln wächst und über 1 m hoch wird.“

Der Oberleutnant ließ seine Männer am ersten Tag an jeder Wasserstelle Rast machen und ihre Pferde tränken. Bis zum Abend hatte seine Patrouille etwa 40 Kilometer zurückgelegt. Hier war kein Wasser mehr zu finden. Die Männer sattelten ihre Pferde ab und beobachteten das Aufgehen des Mondes. Die Pferde grasten friedlich im Rivier. Plötzlich wurden sie Trenks Bericht zufolge von wilden Hunden oder Schakalen aufgeschreckt und stoben in alle Richtungen davon. Die Patrouille begann sofort damit, die Pferde im Mondlicht wieder einzufangen. Doch erst im Laufe des darauffolgenden Vormittags hatten seine Männer alle Reittiere wieder zusammen. 

Nun hätte Trenk wegen des Wassermangels eigentlich umkehren müssen. Doch er hatte Glück im Unglück: Seine Patrouille entdeckte im Rivier eine Wasserstelle, wo alle ihren Durst löschen und die Pferde getränkt werden konnten.

„Nach etwa 45 km hörte die Vegetation vorkommen auf; nur das Rivier war an niederem Gestrüpp erkennbar. Am 12. Februar gegen Abend sahen wir auf mehrere Kilometer Entfernung reichlichen Baumbestand, was zunächst für Täuschung gehalten wurde. Wir erreichten dann ein großes Vley, an dessen westlicher Seite zahlreiche grüne Bäume und Büsche standen, hinter denen Dünen das Tal abschlossen. Über niedrigere Dünen hinweg kamen wir in einen weiten Kessel mit Parkbeständen von großen schattigen Anabäumen und mit dichtem Bestand von Narasträuchern, deren Früchte jetzt reif sind.“ 

Trenk fand im Sossusvlei angeblich Buschleute (San). Ihr Wasser holten sie aus einer etwa 20 Kilomter entfernten Wasserstelle im Rivier. Ansonsten ersetzte ihnen der gelbe, süßlich schmeckende Saft der Naras das Wasser. Die Buschleute hatten Trenks Bericht zufolge an den Narasträuchern Straußenflügel angebracht, die offenbar die Funktion von Vogelscheuchen hatten.

Trenk hatte am 12. Februar 1909 als erster Europäer das Sossusvlei erreicht. „Da hier weder Wasser noch Weide zu finden war, marschierte ich um Mitternacht ab und traf am anderen Morgen wieder in Seßriem ein.“

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