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Windhoeks Staudämme sind fast leer

Avatar of inke inke - 07. Dezember 2016 - Wetter

Ein herrlicher Anblick: der Von-Bach-Damm in besseren niederschlagsreicheren Zeiten. (Quelle: Wikipedia)

Namibias Städte und Orte werden mit Trinkwasser aus Stauseen (in Namibia auch Staudämme genannt), Bohrlöchern und Flüssen versorgt.

Insgesamt fassen die Staudämme im Lande 705,855 Millionen Kubikmeter Wasser. Für die Wasserversorgung Windhoeks stehen neben einer Abwasseraufbereitungsanlage zahlreiche Bohrlöcher, die die Grundwasserreserven anzapfen, sowie drei Stauseen zur Verfügung. Unter normalen Umständen wird das meiste Trinkwasser aus den drei Staudämmen mit einem Gesamtfassungsvermögen von 155,548 Millionen Kubikmetern Wasser gewonnen. Nach einer zweijährigen Dürre sind in den Stauseen derzeit nur noch 8,992 Mio./m³ Wasser, die nicht gänzlich genutzt werden können, da ein beachtlicher Rest nicht abgepumpt werden kann. 

Das öffentliche namibische Wasserversorgungsunternehmen NamWater hat bereits im Swakoppforte-Damm ein Floß mit einer Pumpe auf die verbliebene Wasserfläche gebracht, um auch noch den letzten Rest des wertvollen Wassers abpumpen zu können. Das Gleiche ist für den Von-Bach-Damm geplant, dort soll die Installation Mitte Dezember fertig sein. Zudem wird Wasser aus Bohrlöchern bei Kombat und Grootfontein im Norden des Landes über hunderte Kilometer via Kanal und Rohrleitung in den Von-Bach-Damm geleitet und von dort wieder zusammen mit dem restlichen Dammwasser abgepumpt. Zwischen Grootfontein und Okakarara liegen 131,2 Kilometer Kanal und 65,3 km Rohrleitung, um frisches Wasser aus Bohrlöchern in Richtung Süden zu führen. Von Okakarara fließt das wertvolle Nass weitere 45, 1 km im Kanal und 21,7 km in Rohrleitungen bis zum Omatako-Damm.

Windhoek braucht 23,6 Mio./m³ pro Jahr.

Seit Monaten haben es die Windhoeker nicht geschafft, die vorgegebene Menge an Wasser einzusparen, die von NamWater und der Stadtverwaltung verlangt wurde. Im vergangenen Jahr sollten ab April zuerst 15 Prozent des Verbrauchs eingespart werden, später 20 Prozent, seit Anfang dieses Jahres 30 Prozent bzw. 35 und letztlich sogar 40 Prozent. NamWater hatte am 23. August dieses Jahres aufgehört, Wasser aus dem 43,499 Millionen Kubikmeter fassenden Omatako-Damm in den Von-Bach-Damm (48,560 Mio./m³)  zu pumpen, nachdem dieser leer war. Vom Omatako-Damm wird jedoch weiterhin Wasser aus dem Kanal direkt in die Rohrleitung und Pumpstation geleitet und in den Von-Bach-Damm bei Okahandja  transferiert. 

Es wird auch kein Wasser mehr aus dem 50 km westlich von Okahandja gelegenen Swakoppforte-Damm in den Von-Bach-Damm gepumpt, da die letzten wenigen Wasserreserven nur noch für Karibibb und die Navachab-Mine genutzt werden. Der Friedenau-Damm westlich von Windhoek ist nicht an das Windhoeker Versorgungsnetz angeschlossen. Wasser aus dem Goreangab-Damm in Windhoek kann wegen Verschmutzung nicht mehr genutzt werden.

Der Ort Gobabis im Osten des Landes wird mit Wasser aus dem Otjivero-Damm sowie dem Tilda- und Daan-Viljoen-Damm versorgt. In den vergangenen Wochen wurde Wasser aus dem Otjivero-Hauptdamm bei Omitara in den Tilda-Viljoen-Damm bei Gobabis via Rohrleitung gepumpt.

NamWater gab weiterhin bekannt, dass die verschiedenen Stauseen in Namibia am Montag des 5. Dezember 2016 mit 23,6 Prozent ihres Gesamtfassungsvermögens gefüllt waren. Das sind insgesamt 165,254 Millionen Kubikmeter Wasser in 17 verschiedenen Staudämmen. Zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr lag der Stand bei 34,0 Prozent (237,435 Mio./m³). 

Das Gesamtfassungsvermögen des Hardap-Dammes bei Mariental beträgt 294,593 Mio./m³. Dies bedeutet, dass die gesamten derzeitig verfügbaren Wasserreserven aller staatlichen Staudämme den Hardap-Damm bei Mariental nicht einmal annähernd füllen würden. Am Montag dieser Woche lagerten im größten Staudamm Namibias, dem Hardap-Damm nur noch 69,166 Mio./m³ des kostbaren Nass, welches für die Landwirtschaft bei Mariental und den Ort genutzt wird. 

Der aktuelle Stand der einzelnen Dämme und in Klammern der Stand im vorigen Jahr zum gleichen Zeitpunkt: 

Swakoppforte-Damm  6,2% (18,3%)
Von-Bach-Damm 10,4% (24,1%)
Omatako-Damm   0,0% (0,0%)
GESAMTMENGE ZENTRAL   5,8% (15,0%)
Friedenau-Damm   24,8% (35,6%)
Goreangab-Damm 97,2% (95,3%)
GESAMTMENGE WINDHOEK 50,1% (56,5%)
GESAMTMENGE ZENTRALE REGION 8,5% (17,6%)
Otjivero-Hauptdamm   30,2% (48,7%)
Otjivero-Schlickdamm   2,0% (7,0%)
Tilda-Viljoen-Damm   36,5% (62,5%)
Daan-Viljoen-Damm   32,9% (62,7%)
GESAMTMENGE GOBABIS   19,3% (33,0%)
Hardap-Damm   23,5% (39,6%)
Naute-Damm   71,9% (75,7%)
Oanob-Damm   26,6% (39,5%)
Dreihuk-Damm   0,0% (0,0%)
Bondels-Damm   0,0% (0.0%)
GESAMTMENGE SÜDEN   32,2% (45,1%)
Olushandja-Damm   21,2% (19,6%)
Omaruru-Delta-Damm   0,0% (0,0%)
Omatjenne-Damm   0,0% (0,0%)

Dirk Heinrich

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