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Beringte Paradieskraniche liefern neue Erkenntnisse

Avatar of inke inke - 06. Juli 2017 - Umwelt

Die Paradieskraniche mit den grünweißen Farbringen NHE und NHH wurden im Jahre 2006 bzw. 2007 als Küken im Etosha Nationalpark beringt. Im Januar dieses Jahres (2017) wurden sie bei Charisaub als Brutpaar mit einem Küken von Alexandra Wilhelm fotografiert.

Paradieskraniche gelten in Namibia als besonders vom Aussterben bedrohte Vogelart und kommen fast nur im Etosha Nationalpark und im nördlich des Parks gelegenen Omadhiya-Seengebiet vor. Touristen beobachten sie in den Flächen bei Chudop in der Nähe Namutonis, bei Salvadora in der Halali-Gegend und seit einigen Jahren bei Nebronii östlich von Okaukuejo sowie auf der Andoni-Fläche nördlich von Namutoni. 

Im Januar dieses Jahres (2017) fotografierte Alexandra Wilhelm aus Deutschland in der Nähe von Charitsaub im Etosha Nationalparkein Pärchen Paradieskraniche mit einem Küken. Erstaunt war die Besucherin, dass beide Eltern beringt waren. Nachfragen bei dem Forscher des Ministeriums für Umwelt und Tourismus, Holger Kolberg, ergaben, dass der Paradieskranich mit dem Farbring NHE zusammen mit seinem Geschwisterchen (NHF) von Kolberg als Küken am 26. April 2006 bei Chudop beringt wurde. Der Kranich mit dem Ring NHH war als Küken vom Naturschutzbeamten Wilferd Versveld am 12. März 2007 in der Nähe der Wasserstelle Salvadora beringt worden. Die beiden vor zehn Jahren als Küken im Etosha Nationalpark beringten Paradieskraniche waren nun als Brutpaar mit der Aufzucht eines Kükens beschäftigt.

In den Siebzigerjahren wurden im Etosha Nationalpark und im angrenzenden Omadhiya-Seengebiet noch über 100 Paradieskraniche gezählt (1976: 138). Im Dezember 1994 waren es nur noch 60 dieser seltenen Vögel und in den vergangenen Jahren schwankte die Zahl zwischen 30 und 35 erwachsenen Vögeln und Küken. Was den Rückgang verursacht und wohin die Vögel in bestimmten Monaten ziehen, ist nicht bekannt.

Um dies herauszufinden, wurden Küken beringt und einige erwachsene Paradieskraniche mit Peilsendern ausgerüstet. Etliche beringte Vögel wurden im Nationalpark wiedergesehen. Die Peilsender, vor allem die teuren Satelliten-Peilsendern funktionierten für zwei oder drei Wochen, danach gab es keine Signale mehr. Somit konnten die Forscher bisher nicht feststellen, wohin die kleine isolierte Gruppe Paradieskraniche zieht, wenn sie Etosha und Omadhiya verlassen. Es wird vermutet, dass die Vögel nach Angola ziehen, aber es fehlt an Informationen. Sicher ist, dass die wenigen Vögel in Namibia keinen Kontakt zu den etwa 25.000 in Südafrika lebenden Paradieskranichen haben. Dort sind die im südlichen Afrika endemischen Vögel ebenfalls vom Aussterben bedroht, da auch dort die Zahlen zurückgehen.

Fotos von beringten bzw. markierten Vögeln zusammen mit Ortsangaben und Datum sind sehr wertvoll für Forscher und helfen, die Wanderungen und das Verhalten der Vögel langsam aber sicher zu verstehen.

Dirk Heinrich

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