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Postläufer — Helden des frühen Briefverkehrs

Avatar of inke inke - 21. Juli 2017 - Entdecken Sie Namibia

Postläufer mit Postsack und Proviantbeutel, auf der Strecke Tsumeb—Ondangwa. Foto: Walter Moritz

Schneckenpost ist gar kein Ausdruck. Sind die Lieben daheim wohlauf? Wird die Zentrale die dringend benötigten Bibeln schicken oder nicht? Zwei Jahre lang mussten die deutschen Missionare in Namibia warten, bis sie auf ihre Briefe in die Heimat Antwort erhielten. Ab und zu warteten sie auch vergebens. Denn in den Jahren um 1840 war der Postweg nicht nur lang, sondern auch gefährlich...

Damals gab es noch keine Post. Die Missionare schickten Briefe per Boten oder gaben sie Reisenden mit. Der erste Postbotendienst auf dem Gebiet des heutigen Namibia wurde 1814 zwischen den Stationen Bethanien und Warmbad eingerichtet. Briefe nach Deutschland liefen über Kapstadt und die Kolonialmacht England. Deutsche Schiffe hatten damals noch keinen Grund, regelmäßig die Küste Südwestafrikas anzulaufen. 

Der Landweg stellte die größte Herausforderung dar. So waren die ersten Postboten Namibias wahre Helden. Sie legten Hunderte Kilometer zu Fuß zurück, im Sommer bei mörderischer Hitze, im Winter bei schneidender Kälte. Bis zu 17 kg Post konnten sie befördern. Der Postbeutel war an einem Stock befestigt, den sie auf der Schulter trugen; am anderen Ende des Stocks hing ein Beutel mit ihrem Proviant. Für die Strecke Windhoek—Walvis Bay brauchten sie rund 12 Tage. 

Neben den Strapazen hatten die Postläufer auch viele Gefahren zu überstehen. Ein Bote, der zwischen den Missionsstationen Bethanien, Warmbad und Kommagas unterwegs war, verschwand eines Tages. Kurz darauf fand man Spuren, die darauf schließen ließen, dass er von einem Löwen gerissen worden war. Einer seiner Nachfolger erlitt wohl das gleiche Schicksal; von ihm fand man allerdings weder Überreste noch die Post. 

Im Jahr 1888 wurde in Otjimbingwe die erste Postagentur in Südwestafrika eröffnet. Dort war der Sitz des Reichskommissars, der das ‚Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika‘ verwaltete. Die Anfänge waren bescheiden: Das Postamt bestand aus einer kleinen Hütte, der Postmeister war hauptamtlich Polizeiwachtmeister. Oft kam es vor, dass er im Lande unterwegs und die Post geschlossen war. Oktober 1891 wurde die Postagentur von Otjimbingwe nach Windhoek verlegt, nachdem dort eine Feste errichtet worden und der Landeshauptmann dorthin umgezogen war.

Mit dem Bau Eisenbahnlinie zwischen Swakopmund und Windhoek explodierte die Zahl der Postämter. Ab 1907 entstand ein geordnetes staatliches Postwesen. Hinzu kam ein regelmäßiger Schiffsdienst zwischen Swakopmund und Deutschland. Hatte ein deutscher Missionar im Jahre 1840 noch zwei Jahre auf Antwort aus der Heimat warten müssen, so waren es jetzt nur noch sechs oder sieben Wochen...

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