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Warum töten Zebrahengste Fohlen?

Avatar of inke inke - 24. Juli 2017 - Umwelt

Warum dieser Burchell-Zebrahengst das Neugeborene tötete, konnten Wissenschaftler und Verhaltensforscher bisher nicht erklären. In Namibia kommt diese Unterart des Steppenzebras freilebend hauptsächlich im Norden des Landes in Nationalparks und Kommunalgebieten vor, aber auch auf zahlreichen Wildfarmen im Lande.

Das neugeborene Burchell-Zebra steht neben seiner Mutter wacklig auf dünnen Beinen. Wachsam äugt die Stute über die weite Grasfläche westlich von Okaukuejo im Etosha Nationalpark. In der Nähe grasen weitere Stuten und ein Hengst. Die Zebrastute schnuppert am Neugeborenen. Langsam nähert sich der Hengst. 

Plötzlich versucht er, das Jungtier zu beißen. Die Mutter versucht, den Angreifer mit ihrem Körper abzudrängen und gleichzeitig ihr Fohlen mit ihrem schwarz-weiß gestreiften Körper zu schützen. Der Hengst gibt nicht auf, umkreist die Stute und das Fohlen und schnappt immer wieder nach dem jungen Zebra. Ein Biss in den Hals, und das Fohlen geht zu Boden. Verzweifelt versucht die Stute, den Hengst abzudrängen. Plötzlich hält der Hengst das Fohlen mit seinem starken Gebiss am Rücken in die Höhe. Die Mutter greift den Hengst an, das Fohlen fällt zu Boden. Weiter geht der ungleiche Kampf und zehn Minuten später ist alles vorbei. Das wenige Stunden alte Fohlen liegt tot am Boden. Die Mutter beugt sich hinab und schnuppert an ihrem Nachwuchs, der sich nicht mehr regt. Der Hengst grast wenige Meter entfernt, als wenn nichts geschehen ist.

Zwei Stunden später steht die Stute allein bei ihrem Fohlen. Die restlichen Mitglieder des Familienverbandes sind in der Ferne zu erkennen. Am nächsten Morgen zeugen nur noch Knochen von dem Drama am Nachmittag zuvor. Hyänen und Schakale haben kaum etwas von dem Fohlen übrig gelassen. Von den Steppenzebras ist keines mehr zu sehen.

Bisher konnte kein Wissenschaftler das Verhalten deuten. Nur wenige Menschen haben bisher einen solchen Angriff beobachten können. Es wird vermutet, dass der Hengst das Fohlen tötete, weil es nicht von ihm war. Er möchte die Stute möglicherweise decken, wenn sie kurz nach dem Verlust ihres Nachwuchses wieder empfängnisbereit ist.

In Namibia kommen mindestens zwei Zebraarten vor: das Burchell-Zebra (Equus quagga burchelli), welches eine der fünf Unterarten des Steppenzebras ist, und das Hartmann-Zebra (Equus zebra hartmannae), eine der zwei Unterarten des Bergzebras. Beide Arten kommen im Etosha Nationalpark vor und sind auf zahlreichen Wildfarmen im Lande zu finden. Beide Arten sind in Namibia als besonders geschützte Wildarten klassifiziert. Das Hartmann-Bergzebra ist fast-endemisch, weil es, bis auf eine geringe Anzahl im Südwesten Angolas und Nordosten Südafrikas, ausschließlich in den westlichen ariden und bergigen Gebieten Namibias vorkommt.

Bei den Hartmann-Zebras sind die Streifen bis auf die Hufe vorhanden, derweil die Burchell-Zebras keine Streifen an den unteren Beinen haben. Bei Burchell-Zebras verlaufen die schwarzen Streifen bis unter den Bauch. Hartmann-Zebras haben keine Streifen am Bauch. Hartmann-Zebras wirken gedrungener als Burchell-Zebras und haben eine kleine Wamme am Hals. Zudem sind die schwarzen Streifen meist feiner als beim Burchell-Zebra. Beim Burchell-Zebra sind häufig noch sogenannte Schattenstreifen, die meist von bräunlicher Färbung sind, zu erkennen.

Zebras sind in Namibia in Nationalparks, auf kommerziellen Farmen und in Kommunalgebieten zu finden. Sie gehören zur Gattung der Pferde und zur Familie der Pferde.

Dirk Heinrich

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