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Afrikas Giraffen-Bestände am Abnehmen, Namibias Bestand ist stabil und wächst

Avatar of inke inke - 15. August 2017 - Umwelt

Eine Gruppe Giraffen am Rande der Etosha-Pfanne im gleichnamigen Nationalpark. Giraffen bevölkern sowohl die weiten Flächen mit einzelnen Akazien als auch die dicht bewachsenen Mopanewälder in dem Schutzgebiet.

In Afrika hat der Giraffen-Bestand alarmierend abgenommen, bei Forschern schrillen die Alarmglocken. Zudem wurde kürzlich festgestellt, dass es nicht, wie immer noch international angenommen und anerkannt, eine Giraffenart mit mehreren Unterarten gibt, sondern vier Arten mit mehreren Unterarten. Dies beruht auf einer DNA-Studie von Julian Fennessy und Axel Janke, die im vergangenen Jahr vorgestellt wurde. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat Giraffen, als eine Art,  als vom Aussterben bedroht eingestuft. 

In Namibia ist der Bestand der GCF (Giraffe Conservation Foundation) zufolge gesund und am Zunehmen. Nach Angaben der Direktorin der Stiftung, Stephanie Fenessy, leben hierzulande derzeit mehr als 12.000 Giraffen: ungefähr 6500 in Privatbesitz, um die 2000 in Kommunalgebieten und etwa 3500 in Nationalparks. Hauptsächlich kommt die Angola-Giraffe oder Südliche-Giraffe (Giraffa giraffa angolensis) in Namibia vor und etwa 100 Kap-Giraffen oder Südafrikanische-Giraffen (Giraffa giraffa giraffa) in der Susuwe-Gegend im Bwabwata Nationalpark im Nordosten des Landes. Giraffen sind in Namibia als besonders geschütztes Wild klassifiziert.

Wie alt Giraffen in der Natur werden, ist nicht bekannt. Wenig Forschung wurde betrieben, obwohl diese großen Tiere in den Weiten des Landes und des Kontinents nicht zu übersehen sind. In Namibia kommen die Paarhufer in den ariden Gebieten der Kunene-Region, in den Flächen und dicht bewachsenen Gebieten im Etosha-Nationalpark sowie in weniger großen Zahlen in den Waldgebieten der Kavango- und Sambesi-Region vor. Auf kommerziellem Farmgebiet können sie bei zu vielen Tieren in einem eingezäunten Gebiet sehr schnell vor allem die Schäferbäume (Boscia albitrunca) schädigen. Ihre Lieblingsnahrung sind jedoch die Blätter und Blüten von Akazien.

Die Blattfresser mit dem langen Hals, die wie alle anderen Säugetiere nur sieben Halswirbel haben, sind wie Kamele Passgänger, d.h. sie heben beide Beine an einer Seite gleichzeitig an und nach vorne, nicht überkreuzt wie andere Vierbeiner. Beim Trinken spreizen die weiblichen Tiere ihre gestreckten Vorderbeine, derweil die Bullen ihre Vorderbeine spreizen und einknicken. Männliche Tiere werden bis zu sechs Meter hoch und über 1500 Kilogramm schwer. Kühe sind durchschnittlich 4,5 m groß und bringen um die 800 kg auf die Waage.

Beim Fang von Giraffen muss den Tieren dem bekannten Tierarzt Dr. Hans-Otto Reuter zufolge fast doppelt so viel Betäubungsmittel verabreicht werden, wie für ein Nashorn benötigt wird. Giraffen werden meist von einem Hubschrauber aus betäubt. Dann werden ihnen so schnell wie möglich die Augen verbunden und die Ohren mit Watte verschlossen. Danach werden die Tiere schleunigst mit einem Gegenmittel aufgeweckt. Anschließend können die Wildfänger die Giraffen mit Hilfe von Seilen auf Spezialanhänger führen und sie zu den Lastwagen oder Gehegen bringen, wo ihnen die Augenbindeabgenommen und die Watte aus den Ohren entfernt wird. Meist werden für die Umsiedlung nur Jungtiere genommen. 

Giraffen sind auf zahlreichen Felszeichnungen und -gavuren im Lande zu bewundern, ein Beweis dafür, dass sie in Namibia schon einige tausend Jahre lang die verschiedensten Gebieten bevölkert haben.

Dirk Heinrich

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