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Kunstwerk aus Marmor für den Nashorn- und Elefantenschutz

Avatar of inke inke - 24. August 2017 - Umwelt, Kultur

Das Marmor-Nashorn mit dem Bildhauer Gé Pellini am 18. August.

Mitte Juli dieses Jahres wurde ein neun Tonnen schwerer weißer Marmorblock vor dem Franco-Namibischen-Kulturzentrum (FNCC) mit Hilfe eines schweren Kranes abgeladen. Ausgesucht hatte den Block der bekannte französische Künstler und Bildhauer Gé Pellini in einem Steinbruch in der Nähe von Karibib.

Nachdem der Künstler mit seiner Frau Arielle den weltbekannten Etosha-Nationalpark besucht hatte, wo die beiden Nashörner in freier Wildbahn sahen, und die Palmwag-Lodge im Nordwesten des Landes, wo eine Nashornpirsch auf dem Programm stand, machte sich der Künstler an die Arbeit. Es wurde gemeißelt, geflexst, geschliffen und gemessen, bis endlich die ersten Formen des Nashorns zu erkennen waren. Da Pellini zuerst die Füße des Nashorns geschaffen hatte, musste das tonnenschwere halbfertige Kunstwerk am 7. August mit Hilfe eines Krans vorsichtig gedreht und auf die Füße gestellt werden.

Weißer feiner Staub, Marmorsplitter und -brocken zeugen davon, dass der Künstler stetig weiter an seinem Werk arbeitete, welches am 31. August 2017 unter den Hammer kommen soll. Die Idee, ein „weißes Nashorn“ zu erschaffen und zu versteigern, kam von der HUAP-Stiftung (Hunters United Against Poaching) des Namibia Berufsjagdverbandes. Mit dem Projekt sollen dringend benötigte Gelder für den Schutz von Nashörnern und Elefanten in Namibia gesammelt werden. Seit einigen Jahren ist auch Namibia das Ziel internationaler Syndikate geworden, die es auf die Nasenhörner der Rhinozerosse und auf das Elfenbein der Elefanten abgesehen haben. Neben Naturschutzbeamten, Polizisten und Mitgliedern der Armee (NDF) werden auch Wildhüter der kommunalen Hegegebiete zur Prävention und zur Sicherstellung von Tatorten der Wilderei eingesetzt.

Diese Wildhüter der kommunalen Hegegebiete werden mit Hilfe der HUAP Stiftung ausgebildet. Experten in Sachen Anti-Wilderei-Methoden bringen den Wildhütern auf verschiedenen zweiwöchigen Kursen bei, wie sie sich im Busch verhalten sollen, auf welche Zeichen während der Patrouillen zu achten sind, wie Informationen bei der Gemeinschaft gesammelt werden können und wie diese auszuwerten sind, und in welchem Rahmen der bestehenden Gesetzgebung sich die Wildhüter bewegen müssen. Es gibt Anfängerkurse, gefolgt spezialisierten Kursen für Gruppenführer oder fortgeschrittene Wildhüter. Hauptziel der Ausbildung ist es, die Wilderei zu verhindern und nicht die Wilderer nach der Tat zu überführen. Die meisten Wildhüter stammen aus kommunalen Hegegebieten, in denen NAPHA-Mitglieder eine Jagdkonzession haben und dadurch bereits für ein Einkommen und Arbeitsplätze für die Gemeinschaft des Hegegebietes sorgen. Die ausgebildeten Wildhüter bringen ihrer Kommune nicht nur den Naturschutz näher, sondern helfen die wertvollen Tiere zu schützen, damit sie auf verschiedene Art und Weise nachhaltig genutzt werden können.

Löwen, die manchmal Vieh reißen, sowie Elefanten und Flusspferde, die Ernten vernichten, werden in vielen kommunalen Hegegebieten eher als Übel als als Vorteil gesehen. Die Menschen dort würden lieber ohne sie leben. Wenn diese Tiere jedoch einen Vorteil für sie haben, dann werden diese Arten akzeptiert. Die namibische Regierung hat in ihrer Verfassung festgeschrieben, dass die natürlichen erneuerbaren Ressourcen nachhaltig genutzt werden. Elefant, Nashorn und Flusspferd sind in Namibia besonders geschützte Arten, Löwen und andere große Raubkatzen sind geschützte Arten. Die Trophäenjagd und der Tourismus liefern einen sehr wichtigen Beitrag zur Arbeitsbeschaffung und zur Armutsbekämpfung in Namibia.

Pellini schafft das einmalige Kunstwerk aus weißem namibischem Marmor, ohne ein Entgelt zu verlangen. Ihm zur Seite steht ein junger namibischer Kunststudent, Kambezunda Ngavee, der gleichzeitig einen 100 Kilogramm Marmorblock gestaltet, unter den wachsamen Augen von Gé Pillini. Der französische Künstler hat mit seiner schweißtreibenden Arbeit seinen Teil zum Nashorn- und Elefantenschutz in Namibia beigetragen. Bleibt zu hoffen, dass die HUAP-Stiftung ein hohes Angebot für sein Kunstwerk erhält. Am Freitag (25. August 2017) wird das Nashorn aus Marmor behornt, indem ihm ein drei Meter langes Horn aus Aluminium aufgesetzt wird. Bereits jetzt können Interessenten online mitsteigern. Am 31. August 2017 wird das Nashorn und weitere Preise während eines Galadiners im Windhoeker Country Club versteigert. Näheres finden Sie auf der HUAP Webseite und unter -Auktion.  

Dirk Heinrich

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