Namibias Wirtschaft auf den Punkt - Oktober 2017 - Neuigkeiten - Gondwana Collection

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Namibias Wirtschaft auf den Punkt - Oktober 2017

Avatar of inke inke - 02. November 2017 - Wirtschaft


Einige Teile Namibias haben Ende Oktober die ersten guten Regenfälle erhalten. Das Wetteramt sagt etwas weniger Regen als den normalen Durchschnitt für diese Regenzeit voraus. Treibstoffpreise blieben im Oktober unverändert.

Namibias Zentralbank hat ihre Leitzinsrate unverändert bei 0,75 Prozent belassen. Im August wurde der Leitzins von 7 Prozent auf 6,75 Prozent gesenkt. Die Inflation stieg im September leicht von 5,4 Prozent im August auf 5,6 Prozent. Dies teilte die nationale Statistikbehörde mit. Fahrzeugverkäufe verbesserten sich leicht. Im September wurden 1.163 neue Fahrzeuge verkauft, im August waren es 1.094 Fahrzeuge.

Höheres Wirtschaftswachstum

Der Präsident der Zentralbank, Ipumbu Shiimi, drückte seine Zuversicht über Namibias Wirtschaftswachstum aus. Shiimi erwartet, dass Namibias Wirtschaft 2017 um 2,2 Prozent wachsen wird, da der Bergbau und die Landwirtschaft wachsen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seinem neuesten Weltwirtschaftsbericht von nur 0,8 Prozent für Namibia aus. 

Finanzminister Calle Schlettwein hat diesen Monat die internationale Rating-Agentur Moody’s in London besucht. Schlettwein teilte Moody’s das Missfallen der Regierung über Namibias Herabstufung auf Ramsch-Status Ende August mit. Er beanstandete, dass Moody’s sich nicht mit Namibias Regierung beraten habe, es habe lediglich Email-Kontakt gegeben. Schlettwein betonte, dass Namibias finanzielle Lage im August 2017 besser war als im September 2016. Der Finanzminister wird Anfang November seine Rede zur Halbjahresbilanz des Staatshaushaltes im Parlament halten.

Höhere Löhne

Namibias Regierung hat den von ihr eingeführten Mindestlohn für Hausangestellte ab dem 1. Oktober 2017 erhöht. Hausangestellte erhalten nun N$1.502,05 monatlich statt wie bisher N$1.353,20. Die Regierung hat den Mindestlohn für Haushaltshilfen vor einem Jahr eingeführt. In der Baubranche gab es Tarifverhandlungen, die Gewerkschaften konnten sich mit dem Verband der Bauunternehmer bisher nicht einigen. Es wird weiter verhandelt. 

Neue Investitionen

Eine spanische Firma plant im Norden Namibias den Anbau von weißem Spargel. Das Landwirtschaftsministerium unterzeichnete mit der Firma einen Pachtvertrag. Die Firma pachtet zehn Jahre lang 60 Hektar Land von dem regierungseigenen landwirtschaftlichen Betrieb bei Etunda in der Nähe von Ruacana. Dem Vertreter der Firma IAN, Carlos Lertxundi, zufolge sollen jährlich 460 Tonnen Spargel für den Export geerntet werden. IAN will 2018 rund N$25 Millionen (etwa 1,6 Millionen Euros) in eine Spargelfabrik bei Ruacana investieren.

Ebenso investiert der spanische Fischereikonzern Pescanova durch seine namibische Tochterfirma NovaNam in drei neue Fischkutter. Der Konzern hat eine große Fischfabrik in Lüderitzbucht. Die drei neuen Fischkutter werden 50 Meter lang sein, die Gesamtkosten betragen N$480 Millionen (etwa 32 Millionen Euros). Der erste neue Fischkutter soll 2019 geliefert werden. NovaNam beschäftigt 1.800  Angestellte in Lüderitzbucht.

Neues Einkaufszentrum

In Walvis Bay hat Ende Oktober das zweitgrößte Einkaufszentrum Namibias seine Tore geöffnet. Investor ist der südafrikanische Safland-Konzern. Rund N$700 Millionen (etwa 46 Millionen Euros) sind in die „Dunes Mall“ geflossen. Safland hat ebenfalls in das größte Einkaufszentrum Namibias, „The Grove“ in Windhoek und kleinere Einkaufszentren in anderen Orten investiert.

Die namibische ICT-Firma Paratus plant in den nächsten drei Jahren N$150 Millionen (etwa 10 Millionen Euros) in Namibia zu investieren. Davon sollen dem Geschäftsführer von Paratus, Barney Harmse, zufolge sollen N$100 Millionen (etwa 6,7 Millionen Euros) in die ICT-Faserausbau investiert werden. Paratus hat voll lizensierte Filialen in Mosambik, Südafrika, Sambia, Botswana und Angola gegründet. Die Firma beliefert 22 Afrika Staaten mit ICT-Produkten. 

Präsident Hage Geingob hat in Walvis Bay zwei neu gebaute Einfachwohnhäuser an ihre Besitzer übergeben. Die Regierung hat in der Hafenstadt durch ihr Massenwohnungsbauprogramm seit 2015 bisher 243 Einfachhäuser für Niedrigverdiener bauen lassen, 169 Häuser sind schon bewohnt. Die Kaufpreise werden für Niedrigverdiener, die sich erfolgreich beworben haben, subventioniert.

Entwicklungen im Tourismus

Das weltweit beliebte „Airbnb“-Buchungssystem hat auch in Namibia Fuß gefasst. Der Namibia Tourism Board (NTB) hat alle Nutzer aufgefordert, sich bis zum 31. Dezember beim NTB anzumelden. Wer sich nicht anmeldet, verstoße gegen das Gesetz, teilte der NTB mit. 

Der „Nambia“-Versprecher von US-Präsident Donald Trump im September hat Namibia weltweit in die Schlagzeilen gebracht - Werbung umsonst, so Präsident Geingob. Das namibische Touristik-Unternehmen Gondwana Collection hatte kurz nach Trumps Freudschem Versprecher ein satirisches Video darüber produziert und auf YouTube veröffentlicht. Im Oktober hat Südafrikas respektierte Fernsehsendung „Maggs on Media“ darüber berichtet und das Video abgespielt. Moderator Jeremy Maggs bezeichnete Gondwanas Video „als eine der besten [von ihm] gesehenen unbeabsichtigten Werbungen für ein Land.“

Gondwana hat eine neue Webseite (Web store) freigeschaltet und ermöglicht ab sofort Online-Buchungen verschiedener Unterkünfte, die in einem Warenkorb gesammelt und mit einer einmaligen Online-Zahlung beglichen werden können. Gondwana ist das erste namibische Tourisistikunternehmen mit diesem Angebot. Außerdem eröffnete Gondwana am 1. November eine neue Lodge. Die Zambezi Mubala Lodge liegt in der Sambesi-Region.

Die Insel Sankt Helena

Die Insel Sankt Helena liegt mitten im Atlantik zwischen Afrika und Lateinamerika. Sie wurde durch Kaiser Napoleon Bonaparte bekannt, der dorthin verbannt wurde. Die Insel kann seit Mitte Oktober per Flugzeug erreicht werden. Der Jungfernflug von Johannesburg über Windhoek nach St. Helena fand am 14. Oktober statt. Der Flughafen wurde mit namibischem Zement gebaut. Die Firma Ohorongo Cement bei Otavi produziert den Zement.

Namibias berühmte Wüstenpferde sind gefährdet und vom Aussterben bedroht. Drei Jahre Dürre hintereinander sowie Hyänen, die zugewandert sind und Fohlen sowie schwache Pferde reißen, haben den Bestand drastisch vermindert. Es werden Spenden für Futter (Heu) benötigt, teilte die Stiftung für Wildpferde mit. Obwohl bereits zahlreiche Spenden eingegangen sind, werden weiteren Hilfeleistungen benötigt, um das Überleben der wilden Pferde zu gewährleisten. Die Wüstenpferde sind eine große Attraktion für Touristen.

Oranjemund nun weltoffen

Bisher war Oranjemund im Diamantensperrgebiet für Besucher nur mit Sondergenehmigung zugänglich. Seit dem 21. Oktober ist eine Genehmigung nicht mehr notwendig, Oranjemund hat seine Tore geöffnet. Der Diamantenabbau an Land um Oranjemund herum wird voraussichtlich bis 2022 ganz eingestellt, da immer weniger Diamanten gefunden werden. Oranjemund bereitet sich auf eine Zukunft ohne Diamanten vor mit Tourismus als Schwerpunkt. Die neue 98 Kilometer lange Teerstraße von Rosh Pinah nach Oranjemund ist inzwischen fertiggestellt worden. Der Straßenbau kostete N$714 Millionen (etwa  47,5 Millionen Euros). 

Der Angelina Jolie-Faktor

Die US-Schauspielerin und UN-Goodwill-Botschafterin Angelina Jolie hat Namibia wieder zu internationalen Schlagzeilen verholfen. Die US-Firma Harper feierte das 150. Bestehen ihrer Zeitschrift „Bazaar“ mit Jolie in der Namibwüste auf dem Titelbild. Das Blatt beinhaltet eine Fotostrecke mit Jolie umringt von Geparden. In einem in Harpers Bazaar abgedruckten offenen Brief schreibt Angelina Jolie unter anderem, was ihr Namibia bedeutet. Angelinas älteste Tochter Shiloh wurde 2006 in Namibia geboren.

Keine Schlachthöfe für Esel 

Zwei chinesische Firmen planen je einen Schlachthof für Esel in Outjo und in Okahandja. Der Windhoeker Tierschutzverein hat gemeinsam mit der britischen Organisation „Donkey Welfare“ vor den Gefahren solcher Schlachthöfe gewarnt. Mehrere Afrika-Staaten haben inzwischen die Ausfuhr von Eselfleisch und Häuten der geschlachteten Esel nach China verboten. Preise für Esel sind drastisch gestiegen, oft werden die Tiere den Armen auf dem Lande gestohlen und an diese Schlachthöfe verkauft. Die Bevölkerung in den ländlichen Gegenden benutzt Esel als Lasttiere und als Transportmittel. 

Gondwana Collection hat mit dem namibischen Musiker Ees und der Firma ProStudios ein Video über Namibias Esel produziert. Das Video ist über YouTube mit der Petition „Save our Donkeys“ (Rettet unsere Esel) vernetzt. Tausende Menschen haben die Online-Petition bereits unterschrieben.

China will im Agrarbereich investieren

Im Oktober fand in Windhoek eine chinesisch-namibische Arbeitstagung über Landwirtschaft statt. Vertreter der chinesischen Botschaft teilten mit, dass China Interesse habe, in Namibias Farmwirtschaft zu investieren. Ebenso sei China am Obst- und Gemüseanbau sowie dem Anbau von Reis, Mais und Hirse hierzulande interessiert. Konkrete Projekte wurden noch nicht bekannt.

Brigitte Weidlich

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