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Regen nachteilig für die hiesige Holzkohleindustrie

Avatar of inke inke - 20. November 2017 - Wirtschaft


„Regen ist nicht gut für mein Geschäft. Regnet es hierzulande, wird weniger Holzkohle produziert. Dann muss das Produkt erst getrocknet werden, bevor es weiterverkauft und -verarbeitet werden kann. Regnet es in England, wird dort weniger gegrillt und weniger namibische Holzkohle bestellt“, sagt Ian Galloway, der Geschäftsführer von Jumbo Charcoal, eines der größten lokalen Holzkohleverarbeitungs- und Exportunternehmen. Die 1989 gegründete Firma war das erste Unternehmen dieser Art in Namibia, welches die internationale FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) erhielt.

In Namibia, dem trockensten Land südlich der Sahara, wird jeder Tropfen Regen begrüßt. Regen, bzw. Wasser, ist hier wertvoller als irgendetwas anderes. Auf die namibische Holzkohleproduktion kann sich Regen jedoch negativ auswirken, da Produktion und Endverbrauch abnehmen. In den vergangenen drei Jahren wurde hierzulande sehr viel Holzkohle produziert. Grund war die anhaltende Dürre, die glücklicherweise mit der Regensaison Anfang 2017 endete. Für zahlreiche Farmer, die während der Dürre einen Großteil ihrer Viehbestände verkaufen mussten, war die Holzkohle die wichtigste und einzige Einnahmequelle.

„Wir haben 15 Farmen, die ebenfalls FSC zertifiziert sind und von denen wir unsere Holzkohle für den Markt in England kaufen. Fünf weitere Produzenten haben sich um diese internationale Zertifizierung beworben. Diesen Produzenten zahlen wir einen viel besseren Preis pro Tonne“, sagte Galloway. Einmal im Jahr werden sein Unternehmen und verschiedene Farmen von einem unabhängigen Kontrolleur des FSC besucht. Alle müssen strenge Bedingungen einhalten, damit das Gütesiegel vergeben wird. Nicht nur die Qualität der Holzkohle spielt eine Rolle, sondern auch forstwirtschaftliche Aspekte (z. B. dürfen keine Bäume genutzt werden, die dicker als 18 Zentimeter sind), die Unterkünfte der Holzkohlebrenner, deren Kleidung und Arbeitsbedingungen. Neben den internationalen Kontrollen führt Jumbo mindestens drei Mal im Jahr eigene Kontrollen bei seinen Produzenten durch, um zu garantieren, dass die Bestimmungen eingehalten werden. Die Kosten dafür trägt das Unternehmen.

Ungefähr 15.000 Tonnen leichtentzündbare Holzkohle wird nach England exportiert. Nachdem die Holzkohle nach Größe sortiert wurde, wird sie mit flüssigem Wachs behandelt, der aus Südafrika bezogen wird. In Papiertüten zu 500 Gramm oder 1 Kilogramm abgepackt, ist die Holzkohle für den Grill optimal. Die Packung kann angezündet und als Brennleiter genutzt werden, sodass die Holzkohle in kürzester Zeit fürs Grillen fertig ist. Die Holzkohle wird aber auch in 5 kg-, 10 kg- und 15kg-Packungen angeboten.

Nach Griechenland wird ebenfalls namibische Holzkohle ausgeführt, die in unzähligen kleinen Restaurants zum Einsatz kommt. „Im Ausland besteht eine große Nachfrage, Namibia könnte noch mehr Holzkohle exportieren“, meint Galloway. Wertschöpfung sei teilweise schwierig, da vieles aus Südafrika eingeführt werden müsse und die Transportkosten hoch seien. Es gibt einige Unternehmen in Namibia, die Holzkohle aufkaufen, verpacken und ausführen, ein Großteil der Holzkohle wird jedoch von südafrikanischen Unternehmen aufgekauft und in das Nachbarland geschafft. Jumbo exportiert jährlich etwa 10.000 Tonnen feine Holzkohle nach Südafrika, die in der Fabrik bei Okahandja nicht verarbeitet werden kann. In Südafrika werden daraus Briketts gepresst. 

Dirk Heinrich

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