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Tiger-Safari in Namibia

Avatar of inke inke - 22. Dezember 2017 - Entdecken Sie Namibia, Sport


David Wenzel

Viele Angler wissen gar nicht, dass Namibia ein richtig verrücktes Angelland ist und einiges an Artenreichtum zu bieten hat. Manch einer wird vielleicht von der Uferangelei auf Haie gehört haben, die an den Stränden des Landes häufig praktiziert wird und für die Namibia bekannt ist. Es geht aber noch viel mehr in diesem tollen Land im Südwesten Afrikas. Ich war auf einer Entdeckungsreise im Mai dort und habe das Angeln vor Ort ganz genau unter die Lupe genommen.

Die meisten Touristen werden natürlich von den exotischen Landtieren angelockt. Safaris und die atemberaubende Landschaft sind mit ein Hauptgrund für viele Namibia-Besucher. Auch ich habe mehr als einmal an einem „Game drive“ teilgenommen und konnte Elefanten, Giraffen und Nilpferde live bestaunen. Ein ganz anderes Gefühl, als der Anblick im heimischen Zoo. Aber auch beim Angeln selbst ist man oft von wilden Tieren umgeben. Mehrmals kamen wir den Nilpferden, Krokodilen und Elefanten am Fluss ziemlich nahe. Ein unvergesslicher Anblick!

Aber natürlich stand Angeln ganz oben auf der Prioritätenliste.

Mein Wunsch-Zielfisch Nummer eins war natürlich der Tigerfisch. Mit dem Traum, einen schicken Tiger zu überlisten, machte ich mich also auf den langen Weg nach Namibia. Es wurde eine unvergessliche Reise.

Techniken auf Tigerfisch

Die absolute Nummer 1: Der gute alte Effzett
Wenn man einen heimischen Tigerfisch-Spezi fragt, welchen Köder er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, dann würde er zu hundert Prozent einen kupferfarbenen Effzett-Doppellöffel einpacken. Ja, Ihr habt richtig gehört. Der Name Effzett gilt in Namibia noch etwas. Ihm wird seit vielen Jahren bei der Jagd auf Tigerfische vertraut und gehuldigt, meist mit einem großen Einzelhaken am Ende zwecks Fehlbiss- und Aussteigervermeidung. Denn der Einzelhaken hält prima und fliegt auch bei den akrobatischen Sprungeinlagen nur selten aus dem zahnigen und harten Fischmaul.

Auch auf Topwaterköder kann man die Tiger gut fangen, wenn sie aktiv am Jagen sind. Gute Erfolge hatten wir auch auf laute silberglitzernde „Lippless Crankbaits“ mit vielen Rasseln darin, und an einem Tag wollten sie im Mittelwasser gejiggte Gummifische am 15 Gramm Bleikopf. Man kann also getrost experimentieren, wenn der „Kupferlöffel“ ausnahmsweise mal nicht fangen sollte. Unsere Topköder waren zum Beispiel der silberne „Rattle Trap“ von Bill Lewis (ein uralter Klassiker) und der „Whopper Plopper“ von River 2 Sea, beide auf Einzelhaken umgerüstet. 

Eine ebenfalls weit verbreitete Strategie auf große Tigerfische ist das Driftbaitfischen mit Köderfisch oder Filet, welches mit elastischem „Bait Band“ in Position gehalten wird. Dieses Bait Band nutzt jeder namibische Angler - egal ob am Meer oder im Süßwasser. Ein namibischer Angler ohne dieses Gummiband ist wahrscheinlich kaum lebensfähig. Ich schätze, dass sie jährlich Kilometer davon verbrauchen. 

Jedenfalls wird der Naturköder vom driftenden Boot aus ins Wasser gelassen. Ohne Blei oder Pose. Supersimpel und supereffektiv. Oft werden dazu auch Freilaufrollen verwendet. 

Ob beim Spinnfischen oder beim Naturköderangeln: In jedem Fall wird immer ein stabiles Stahlvorfach verwendet. Das Stahlvorfach wird direkt an die geflochtene Schnur montiert. Flourocarbon kann man zuhause lassen. Tigerfische begleiten einander oft im Drill, und wir hatten einige komische Schnurrisse im Drill. Es wird erzählt, dass eben dafür genau diese „Begleiter“ verantwortlich sind. Sie wollen dem gehakten Tiger wahrscheinlich seine Beute streitig machen.

An den großen Flüssen im äußersten Nordosten Namibias, im Grenzgebiet Angola, Botswana und Sambia, stößt man oft auf große Tigerfische. Als groß werden Fische von 5 kg aufwärts bezeichnet. Es werden aber auch regelmäßig Fische mit mehr als 7 kg gefangen. Mit ca. 9 kg haben sie das Ende der Fahnenstange erreicht. Hier hat man es dann mit richtig kapitalen Exemplaren zu tun. Größer wird nur der „Goliath Tigerfish“ im Kongo. Wahrscheinlich träumt nicht nur jeder namibische Tigerfisch-Crack, einmal im Leben auf diese Monster zu angeln. Jedenfalls haben mir alle davon erzählt, die ich auf meiner Reise treffen konnte.

Wels, hier auch Barbel genannt 

Die Angelei auf afrikanische Welse ist supereasy. Man kann sie den ganzen Tag fangen, wenn man will. Fischfilets und Hühnerleber liegen nur wenige Minuten unbeobachtet am Grund und garantieren Drillspaß an fast jedem Gewässer in Namibia. Ideal für die ganze Familie oder Angeleinsteiger. Eine dankbare Angelei, die mit einfachsten Mitteln zu bewerkstelligen ist. Die meisten Lodges haben sogar Leihgerät inklusive. Die Welse erreichen nicht selten ein Gewicht von über 15 Kilogramm. Durchschnittlich sind sie jedoch meist eher so um 3 bis 4 Kilo schwer.

Bass 

Das Angeln auf „Largemouth bass“ ist ebenfalls ein Riesending in Namibia. NBAA. In einigen der Staudämme fängt man Schwarzbarsche über der magischen 5 kg Grenze. Also kann man von einer „Weltklasseangelei“ sprechen. Bekannte Bass-Gewässer liegen zum Beispiel in der Nähe der Hauptstadt Windhoek. Hier kann man den S. von Bach Damm sowie den Oanob Damm befischen. Lizenzen gibt es preisgünstig, sie sind einfach zu bekommen. Oft kümmert sich bereits der Reiseveranstalter darum.

Bream- und Tilapia-Spezies

Sie sind sehr beliebt bei einheimischen Spinnfischern, denn sie sind starke Fighter und teilweise kompliziert zu fangen. Die beliebtesten Arten für Spinnangler sind Humpback, Threespot, und Nembwe. Man fängt sie am besten mit kleinen Gummifischen am Bleikopf.

Die namibische Wettangelszene 

Das abgefahrenste, was ich gelernt habe, war, dass es einige richtig große Angel-Wettbewerbe gibt, wo teilweise 60 Boote an den Start gehen und es auf bis zu 8 Fischarten gleichzeitig abgesehen haben. Von ganz klein bis ganz groß bringt alles Punkte im Wettkampf. Da wird zum Beispiel neben den Tigern und Welsen auch dem Moskitofisch nachgestellt. Und zwar im Microfishing-Style. Die Haken sind so klein, dass sie an die Mono geschweißt werden müssen, da man sie nicht mehr knoten kann. Mit einer heißen Nadel werden dann kleinste Portionen Powerbait auf den Haken geklebt, um diese Mini-Fische zu fangen (Ich habe gehört, die wurden eingesetzt, um die Mücken, also Überträger von Malaria, zu dezimieren.). Hochinteressant jedenfalls. Alle Fischarten werden nach einem ausgeklügelten Punktesystem bewertet. Am Ende eines Tournaments winkt dann zum Beispiel ein Boot mit Trailer als Hauptgewinn.

Karpfen: Wird betrieben, aber nicht so stark wie in Südafrika und sicher nicht so effektiv wie zum Beispiel in Marokko.  

Meeresfischen: Hier wird hauptsächlich in der Brandung gefischt. Die Einheimischen angeln mit langen Brandungsruten und oft mit Multirollen mit Rechtshandkurbel und ohne Schnurführung. Dabei muss man gar nicht weit hinaus. Selbst die Haie sind unmittelbar unter Land. Kupferhaie, die auch Bronzehaie genannt werden, sind häufige Beute und werden natürlich wieder freigelassen. Auch der eher seltene „Spotted gully shark“ kommt vor. Interessanter sind für mich allerdings die „kleineren“ Fischarten an der Küste. Dazu mehr unter „Info für Meeresangler“.

Land und Leute

Häufig wird man auf Einheimische treffen, die Deutsch sprechen. Selbst Straßennahmen, Bäckereien, Restaurants sowie Farmen und Hotels haben lustigerweise oft deutsche Namen. Mit „Braai“ bezeichnet man hier ein typisches BBQ. Die Namibier essen viel Fleisch und verstehen sich ausgezeichnet darauf, es äußerst schmackhaft zuzubereiten. Man hat als Europäer zudem eine hohe Kaufkraft für den Euro. Ich war erstaunt über die günstigen Preise. Selbst in der Minibar im Hotel hat eine Cola nur einen Euro gekostet. Zum Thema Sicherheit sollte erwähnt werden, dass es sich bei Namibia um ein sicheres Reiseland handelt. Wenn man die Grundregeln beachtet, wird man sich zu keiner Zeit unwohl fühlen. Im Gegenteil: Die Menschen sind hilfsbereit und gastfreundlich. Mehrmals wurde ich spontan zum Grillabend eingeladen und habe dankend angenommen.

Tackle 

Kräftige Spin- oder Castrute (Hecht-Klasse), geflochtene Schnur, Stahlvorfächer (nicht zu kurz), stabile Snaps und Haken.

Preise

Ein Boot mit Guide gibt es bei Gondwana Collection oft schon für günstige 10 Euro pro Person und Stunde. Das ist wirklich fair. Beim Verlust von Ködern wird eine Gebühr erhoben (natürlich nur, wenn man keine eigenen Lures dabei hat). Leihgerät gibt es in vielen Lodges dazu. Jedoch würde ich empfehlen, ruhig eine eigene Spinnrute mitzunehmen, wenn das möglich ist. Beim Angeln auf eigene Faust sollte man immer vorsichtig sein und darauf achten, dass man besonders den Hippos und Krokodilen nicht zu nahe kommt. Sonst hat man am Ende wirklich den „Biss des Lebens“. Dieser könnte dann auch der letzte gewesen sein.

Kontakt: Gondwana Collection betreibt Lodges und Camps an den besten Tigerfischlocations des Landes. Beispiele: Hakusembe River Lodge am Okavango River und Zambezi Mubala Lodge im äußersten Nordosten des Landes, welche sich mitten im Groß-Tiger-Revier befindet. Hier kann man Fische über 7 kg und mit etwas Glück sogar noch größere fangen. Die Spitzengewichte liegen dort bei über 9 kg. 

Info für Meeresangler

Wer am Meer sein Glück auf Adlerfisch (Kabeljou bzw. Cob), Hai oder den berühmten Steenbras versuchen möchte, findet in der Gegend um Swakopmund traumhafte Spots zum Brandungsfischen. Auch Ausfahrten mit dem Boot sind buchbar. Meine Truppe und ich haben derweil im Hotel The Delight Swakopmund gewohnt. Preislich absolut vertretbar und sehr schön gemacht, liegt dieses Hotel praktisch direkt am Meer.

Anreise:

Air Namibia und South African Airways sind beides gut bewertete Fluglinien mit viel Beinfreiheit und einem super Service. Condor fliegt übrigens auch direkt ab Frankfurt nach Windhoek. Wer dann direkt weiter zum Tigerfisch will, der kann mit einer kleinen Maschine für wenig Geld direkt in den Norden düsen und wird vom Camp an einem der Flughäfen abgeholt. So spart man sich den Mietwagen und einiges an Reisezeit. Dennoch ist es auch spannend, sich mit dem Mietauto von Lodge zu Lodge zu hangeln und auf dem Weg etwas von der Natur und den Menschen mitzubekommen. Eine Fahrt durch die Etosha-Pfanne ist wirklich der Wahnsinn. Hier hat man eine Garantie auf die Sichtung wilder Tiere.

Ich kann dieses Land wirklich nur jedem ans Herz legen. Perfekt kombinierbar mit der Familie und einem Safaritrip. Gutes Preis-Leistungsverhältnis. Sicher, sauber und gutes Wetter. Ich war erstaunt, wie „kühl“ es im Mai war. Sehr angenehmes Klima, wenn man die Hitze nicht so gut ab kann (jedenfalls im namibischen „Winter“). Gerne würde ich nochmal hinfahren, denn der Tigerfisch-Virus hat mich voll infiziert.

Viele Grüße und Petri Heil an Euch alle da draußen! 

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