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Namibias Wirtschaft auf den Punkt: Februar 2018

Avatar of bernd bernd - 02. März 2018 - Wirtschaft

Brigitte Weidlich

Der Februar brachte wie schon der Januar wenig Regen für die meisten Gebiete in Namibia. Die Regierung hat Sparmaßnahmen für die nächsten drei Jahre angekündigt, und die langerwartete Kabinettsumbildung fand statt. Die Inflation im Januar war auf 3,6 Prozent gesunken (Dezember: 5,2 Prozent), viel niedriger als im Januar 2017 (8,2 Prozent), teilte die Statistikbehörde mit. 

Der Wechselkurs des Namibia Dollar verbesserte sich diesen Monat gegenüber dem US-Dollar und dem Euro, nachdem Südafrikas Präsident Jacob Zuma zurückgetreten war. Cyril Ramaphosa ist der neue Präsident. Der Namibia Dollar ist an den südafrikanischen Rand gekoppelt.

Bank Windhoek, die einzige Handelsbank, die zu hundert Prozent in namibischer Hand ist, handelt seit Februar mit der chinesischen Währung Yuan. Bank Windhoek ist nach der Standard Bank die zweite Handelsbank in Namibia, die chinesische Währung ankauft und verkauft.

Im Januar wurden insgesamt 881 neue Fahrzeuge verkauft, etwas mehr als im Dezember 2017 (835 Fahrzeuge).

Kabinettsumbildung und Ernennungen

Präsident Hage Geingob hat diesen Monat seine erste Kabinettsumbildung seit seinem Amtsantritt im März 2015 vorgenommen. Der Minister für Transport und öffentliche Arbeiten, Alfeus Naruseb, wurde in das Landwirtschaftsministerium versetzt und tauschte mit Minister John Mutorwa, der nun für Transport und öffentliche Arbeiten zuständig ist. Bergbau- und Energieminister Obeth Kandjoze ist nun für nationale Planung zuständig, der dortige Minister Tom Alweendo hat Kandjozes voriges Ressort übernommen. Finanzminister Calle Schlettwein behielt seinen Posten. 

Der Pressesekretär im Präsidialamt, Albertus Aochamub, wurde Anfang des Monats für 12 Monate zum amtierenden Geschäftsführer der staatlichen Firma Namibia Airports Company (NAC) ernannt. Der neue Pressesekretär ist Dr. Alfredo Tjiumiro Hengari, ein Politikwissenschaftler mit unter anderem einem Magistergrad in internationalen Beziehungen.

Der langjährige Chef der Walvis-Bay-Corridor-Group, Johnny Smith, wurde zum Chef der staatlichen Firma TransNamib ernannt.

Fortschritt mit Ermächtigungsregelwerk NEEEF 

Das Kabinett hat am 27. Februar ein Arbeitsseminar über das geplante NEEEF (New Equitable Economic Empowerment Framework) abgehalten. Dieses Rahmenwerk soll jede Firma im Privatsektor verpflichten, 25 Prozent Anteile an vorher benachteiligte Namibier abzugeben. Die Anteile sollen angekauft und durch Kredite finanziert werden. In seiner Rede zum Auftakt des Seminars sagte Präsident Geingob, NEEEF sollte als essentielles Politikwerkzeug betrachtet werden, „um die historischen, rasse- und geschlechterbedingten Ungleichheiten bei der Verteilung von wirtschaftlichen Möglichkeiten, Zugang zu Wohlstand, Einkommen, Besitz, Kapital, Fertigkeiten und Arbeitsplätzen zu korrigieren.“ 

Farmer gewinnen Klage gegen Bodensteuer

Der Dringlichkeitsantrag einiger kommerzielle Farmer im Windhoeker Obergericht war erfolgreich. Die Farmer hatten beantragt, dass sie so lange keine Bodensteuer zahlen müssen, bis ihre vor einigen Jahren vorgebrachte Klage gegen die Steuer angehört und ein Urteil gesprochen ist. Der Vize-Gerichtspräsident Hosea Angula hat dem Dringlichkeitsantrag am 22. Februar stattgegeben. Das Gerichtsverfahren wird wahrscheinlich im August/September beginnen. Mehr als 2.000 Farmer hatten ihre Bedenken gegen den 2012 vom Landreformministerium abgeschätzten Wert ihrer Farmen und die Methode, wie der Wert errechnet wurde, erhoben. 2017 hatte das Ministerium eine Liste mit neuen Abschätzungen veröffentlicht. Auch dagegen hatten die Farmer durch Anwälte bei dem eigens dafür eingerichteten Abschätzungsgericht Einspruch erheben lassen. 

Sparmaßnahmen bis März 2021

Das Amt der Premierministerin hat am 1. Februar drastische Sparmaßnahmen für alle Ministerien und Behörden angekündigt, die bis Ende März 2021 gelten. Dienstreisen ins Ausland dürfen nur zweimal im Jahr unternommen werden, innerhalb Namibias sind nur vier Dienstreisen jährlich erlaubt. Delegationen dürfen nur aus wenigen Personen bestehen, um Spesen zu sparen. Ebenso müssen Überstunden reduziert werden. Freie Stellen im Staatsdienst müssen gestrichen werden, wenn sechs Monaten nach Bekanntgabe niemand eingestellt wurde. Neue Büromöbel dürfen nur angeschafft werden, wenn sie dringend notwendig sind.

Verteidigungsminister erklärt N$45 Mio Kauf der Oropoko Lodge Farm

Namibias Verteidigungsminister hat den Ankauf einer Farm bei Okahandja, auf der die Oropoko Lodge gelegen ist, als gute Investition bezeichnet. Minister Penda Ya Ndankolo reagierte auf Medienberichte über den Ankauf mit einer  ministeriellen Erklärung im Parlament. Er teilte den Abgeordneten mit, der bundesdeutsche Eigentümer Kurt Steinhausen habe der Regierung die Farm mit der Lodge für ursprünglich N$103 Millionen (etwa 7,1 Mio Euro) zum Kauf angeboten. Dort befinde sich eine Schießbahn, die internationalen Standards entspreche, und ein Landeplatz für Hubschrauber. Die Farm sei Anfang 2017 für N$45 Millionen (etwa 3,1 Mio Euro) gekauft worden, und 300 Soldaten seien dort untergebracht, erklärte der Verteidigungsminister.Nur wenige Tage zuvor hatte das Verteidigungsministerium ganzseitige Zeitungsanzeigen geschaltet und darin erklärt, dass 30 Prozent der Soldaten in Zwangsurlaub geschickt wurden, um Wasser, Strom und Lebensmittel zu sparen.

Mehr Funkmasten für mobiles Netzwerk

Das namibische Mobilfunkunternehmen MTC will landesweit über 500 Funkmasten errichten, um das 2G- und 3G-Netzwerk auszuweiten, auch Farmen werden berücksichtigt. Der amtierende MTC-Geschäftsführer Thinus Smit teilte mit, dass in den kommenden zwei Jahren 524 Funkmasten aufgestellt werden sollen. Bisher seien 63 existierende Masten von 2G auf 3G nachgerüstet worden. Ein Mast bei Leonardville im Südosten Namibias sei repariert worden, nachdem er aufgrund von Sturmböen umgekippt war.

Neue Investitionen 

Das Avani Hotel (früher Kalahari Sands) im Gustav-Voigts-Zentrum in Windhoek hat für insgesamt N$24 Millionen (etwa 1,6 Mio Euro) renoviert und expandiert. Für Reisegruppen wurde eine neue Rezeption nahe der Independence Avenue eingerichtet. Gäste brauchen mit ihrem Gepäck nun nicht mehr die Rolltreppe im Einkaufszentrum benutzen, um den Hoteleingang zu erreichen. Direkt an der Straßenfront wurde ein Restaurant mit Café und lärmdämmenden Fenstern, „The Pantry“ (= Die Speisekammer), eingerichtet, mit Blick auf das geschäftige Treiben im Herzen der Stadt.

Die Ohlthaver & List-Gruppe hat durch die Firmentochter Hangana Fishing erneut in den Fischereisektor investiert. Hangana Fishing hatte 2017 eine unter Konkurs gestellte Zuchtfarm für Seeohren für N$13,9 Millionen (etwa 900,000 Euro) gekauft. Die Zuchtfarm liegt in der Nähe von Lüderitzbucht und wurde nun für N$20 Millionen (etwa 1,4 Mio Euros) renoviert und ausgebaut. So sind 23 Arbeitsplätze erhalten geblieben. Seeohren (Abalonen) sind große Schnecken (Haliotis), die in Asien als Delikatesse gelten. Ein Kilogramm Seeohren kostet rund US$35 (etwa 28,5 Euro; N$410). Seeohren werden gewöhnlich nach vier Jahren Wachstum verkauft. 

Der britische Bergbaukonzern Weatherly International will seine Anteile im Berg Aukas Bergwerk bei Grootfontein erhöhen. Weatherly baut Kupfer im eigenen Tschudi-Bergwerk nahe Tsumeb ab. Die chinesische Firma China Africa Resources Namibia (CARN) hatte vor einigen Jahren Berg Aukas erworben. Dort wird Zink, Blei und Vanadium abgebaut. Weatherly besitzt bisher 25 Prozent der Anteile von Berg Aukas. Die Firma hat der CARN-Mutterfirma Hongkong-East China (ECE) jetzt angeboten, 65 Prozent mehr Anteile abzukaufen, um den Anteil auf 90 Prozent zu erhöhen. Dafür will Weatherly US$600.000 (etwa 489.220 Euros; N$7,2 Millionen) auf den Tisch legen.

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