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Namibias Känguru: der Springhase

Avatar of inke inke - 22. Mai 2018 - Umwelt

Springhasen bewegen sich auf äußerst kräftigen, langen Hinterbeinen voran, balancieren mit dem langen Schwanz wie Kängurus und nutzen die kurzen Vorderfüße zum Graben. Die Tiere sind nachtaktiv und verbringen den Tag im schützenden Bau.

Dirk Heinrich

Jugendliche machen sich auf Farmen des Nachts einen Spaß daraus, mit Hilfe von Handscheinwerfern und Taschenlampen Springhasen (Pedetes capensis) zu fangen. Weit leuchten die Augen dieser etwa 40 Zentimeter großen Nager, die geblendet vor ihren Verfolgern auf den Hinterbeinen wie Kängurus über die offene Grasfläche flüchten. Manch einem der Jugendlichen geht die Puste aus und die nächsten springen vom Bakkie (Pickup). Meist schaffen es die Springhasen in ihren Bau, aber einige werden gefangen. Dabei ist es wichtig, die Tiere an ihrem langen Schwanz zu packen, denn sie sind recht wehrhaft. Mit ihren großen Nagezähnen und den langen kräftigen Krallen an den Hinterfüßen können sie Menschen oder Feinden schmerzhafte Wunden zufügen.

Nach dem Spaß werden die Springhasen wieder freigelassen. Andere hingegen, vor allem die San-Gemeinschaften in trockenen Gebieten wie die Kalahari, stellen den Springhasen nach, weil sie ein wichtiges Nahrungsmittel sind. Biegsame Stöcke werden aneinander gebunden und an einem Ende wird ein spitzer Haken befestigt. Dann wird diese bis zu 15 Meter lange Konstruktion in den Bau eines Springhasen geschoben, in dem Versuch, das Tier an den Haken zu bekommen und herauszuziehen. Das Fleisch wird gegessen, aus dem Fell wird eine Tragetasche oder ein Kleidungsstück gefertigt und die langen Sehnen im Schwanz werden für einen Jagdbogen genutzt. 

Es gibt nur zwei Springhasenarten: den Südafrikanischen Springhasen, der im ganzen südlichen Afrika vorkommt, und den Ostafrikanischen Springhasen (Pedetes surdaster), der in Kenia und Tansania zu finden ist.

Springhasen kommen fast überall in Namibia in Gegenden mit sandigen offenen Flächen vor, nur nicht in der Namib-Wüste. Sie ernähren sich mit Vorliebe von grünem (Sommer) und kurzem (Winter) Grans und Samen, graben aber in der trockenen Zeit auch Wurzeln und Knollen aus. Springhasen brauchen nicht zu trinken, denn ihre pflanzliche Nahrung liefert ihnen ausreichend Feuchtigkeit. Die kleinen Säugetiere sind nur nachts aktiv und verlieren viel weniger Feuchtigkeit als tagaktive Tiere. Wegen ihrer nächtlichen Lebensweise sehen Touristen diese ungewöhnlichen Nager fast nie.

Sie verbringen den Tag in unterirdischen Gängen, einzeln oder ein Weibchen mit ihrem Jungen. Es gibt mehrere Gänge, darunter auch Not- oder Fluchtgänge. Springhasen haben zahlreiche Feinde und müssen deshalb flink in ihrem Bau verschwinden oder ihn schnellstens verlassen können. Sie bewegen sich fast ausschließlich auf ihren langen kräftigen Hinterbeinen, nutzen den langen Schwanz zum Balancieren und graben mit den kurzen Vorderbeinen nach Nahrung. Augen und Ohren sind groß, um in der Dunkelheit sehen und gut hören zu können. 

Vor 16 Millionen Jahren lebte in der jetzigen Namib-Wüste, zwischen dem Oranje und dem Tsauchab-Rivier, eine inzwischen ausgestorbene Springhasenart (Parapedetes namaquensis), die etwa zwei Drittel so groß waren wie die heutigen Springhasen. Das belegen zahlreiche Fossilienfunde aus dem Gebiet. Einige Fossilien können im Erdwissenschaftlichen Museum des Bergbauministeriums bewundert werden. 

Auf Oshiwambo heißen Springhasen onkwiyu, in der Sambesi-Region sinkuyu, auf Afrikaans springhaas, auf Otjiherero onguyu, in den Kavango-Regionen nkwizu und die Nama nennen das Tier ǂgōb

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