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Die wilden Pferde der Namib sind vom Aussterben bedroht

Avatar of inke inke - 05. Februar 2019 - Umwelt, Tourismus

Foto: Teagan Cunniffe

Von der Namibia Wild Horses Foundation

Die Gegend um Garub im Südwesten Namibias ist das Zuhause der einzigartigen wilden Pferde der Namib. Seit mehr als 100 Jahren galoppieren sie durch die weiten Ebenen, grasen und spielen. Wer sie sieht, ist fasziniert. Doch der Schein trügt. Die wilden Pferde sind vom Aussterben bedroht. Die Situation ist kritisch. 

2012 zog ein Rudel Hyänen in die Gegend um Garub und begann seine Beutezüge gegen die wilden Pferde. Allein im Jahr 2013 töteten die Raubtiere hundert Pferde, fünfzig davon Fohlen. Die Population sank von 286 Pferden auf nur 79, darunter 33 Stuten (2019). Seit vielen Jahren hat kein einziges Fohlen überlebt, das jüngste erwachsene Pferd ist heute sieben Jahre alt.

Ende vergangenen Jahres gab es endlich einen Hoffnungsschimmer. Nach fünfjähriger Dürre regnete es, ein Grasteppich bedeckte den Wüstenboden, die Hyänen zogen weiter. Die wilden Pferde erholten sich und die ersten Fohlen wurden geboren. Doch die vorsichtige Freude wurde schnell getrübt. Die Hyänen kehrten zurück.

Die Namibia Wild Horses Foundation appelliert seit mehreren Jahren an das Ministerium für Umwelt und Tourismus, eine langfristige Lösung für das Überleben der wilden Pferde zu finden und entweder die Hyänen umzusiedeln oder der Namibia Wild Horses Foundation die Vormundschaft für die Pferde zu übertragen, damit die Stiftung die Pferde in einem sicheren Gebiet unterbringen kann. Im Dezember 2018 erklärte sich das Ministerium bereit, die Hyänen umzusiedeln. Es erkannte den Wert der wilden Pferde der Namib für den Tourismus und als nationales Erbe an und bekräftigte, dass es ihr Überleben sichern würde. Die Öffentlichkeit begrüßte die gute Nachricht. 

Die Bemühungen des Umweltministeriums, die Hyänen noch vor Weihnachten zu ködern, blieben erfolglos. Die Pläne, Anfang 2019 zurückzukehren und einen weiteren Versuch zur Umsiedlung der Hyänen zu unternehmen, wurden bisher nicht verwirklicht. Die Zeit vergeht, die Hyänen setzen ihre Beutezüge fort.  

Zwei Drittel der trächtigen Stuten haben inzwischen gefohlt. Alle Fohlen, mit Ausnahme von einem, wurden von Hyänen gerissen - die Situation ist kritisch, die Uhr tickt unerbittlich. Für die wilden Pferde hat die letzte Stunde geschlagen. Nur sofortiges Handeln kann sie noch retten.

Unterdessen versucht die Herde, ihr verbleibendes Fohlen und die wenigen, die noch geboren werden, so gut wie möglich zu schützen. Jeder Tag könnte ihr letzter sein und jeden Funken der Hoffnung auf eine neue Generation ersticken. 

Ein aktuelles Video zur Situation der wilden Pferde der Namib finden Sie hier.


Namibia Wild Horses Foundation

P.O. Box 21, Aus, Namibia

Foto: Namibia Wild Horses Foundation

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2 Kommentare

Volker

19. Juli 2019

Mich berührt das Schicksal der Wildpferde sehr, die keinen natürlichen Schutz vor dem leichten Beutezug der Tüpfelhyänen haben. Ich finde es erschreckend, das das Ministerium für Umwelt und Tourismus tatenlos dabei zusieht, wie es Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag weniger werden. Das müsste nicht sein. Die Wildpferde können nicht für sich sprechen, sie brauchen dabei menschliche Hilfe. Allerdings sprechen die vielen gerissenen Pferde und Fohlen für sich, und sollte genug an lautlosem Hilfeschrei sein. Ich wünsche der Namibia Wild Horse Foundatione und allen Wildpferdunterstützern weiterhin viel Erfolg, Willenskraft und rechtzeitiges Durchsetzungsvermögen beim Ministerium. Hoffentlich wird es nicht zu spät sein!


Andrea Schmitt

11. Februar 2019

Wenn das Ministerium für Umwelt und Tourismus schon nicht in der Lage ist, die Hyänen umzusiedeln, warum übertragen sie der Namibia Wild Horses Foundation nicht die Vormundschaft für die Pferde?

Sollten sie nicht bald zu Verstand kommen, ist die Touristenattraktion weg und es es bleibt ein sehr fader Nachgeschmack für das Urlaubsland Namibia.


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