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Unterwegs nach Etosha und zu einer Oase am Okavango

Avatar of inke inke - 19. März 2019 - Gondwana Collection, Tourismus

Sonnenuntergang am Okavango. Foto: Gondwana Collection Namibia

Ron Swilling

„Folge deinem Herzen“ gehört sicher zu den besten Ratschlägen, die es geben kann - besonders dann, wenn man unterwegs ist. Hat man einen Platz gefunden, der das Gemüt erfreut und das Herz beschwingt, sollte man ruhig ein bisschen länger verweilen, falls es der Reiseplan und die Zeit erlauben.  

Ich war bei den Felsgravierungen von Twyfelfontein im mittleren Nordwesten des Landes, und jetzt wende ich den guten Rat auf die Damara Mopane Lodge an. Die Gärtchen der Chalets strotzen vor Gemüse, Sonnenblumen und Ringelblumen – ich möchte einfach noch einen Tag länger bleiben. Zum Glück ist Christophorus, der Schutzheilige der Reisenden, auf meiner Seite. Ich kann meine Pläne problemlos ändern und gewinne dadurch zusätzliche Zeit, um das Stückchen Mopane-Waldland zu erkunden und die erfrischende Lodge im Damaraland zu genießen.

Fingerklippe. Foto: Gondwana Collection Namibia

Die Fingerklippe

Ausgeruht und energiegeladen breche ich zur nächsten Etappe auf: die Etosha-Cuvelai-Route im zentralen Norden. Ich fahre schnurstracks nach Osten. Das Ziel ist Outjo, sozusagen das Tor zum Etosha-Nationalpark, aber zuerst mache ich einen kurzen Abstecher zur Fingerklippe. Die Felssäule ragt einsam aus den Ugab-Terrassen auf, als ob sie gegen alle Verwitterungsversuche gefeit sei. Die ursprüngliche Landschaft um sie herum ist längst erodiert und zu Staub geworden, nur diese eine Säule steht noch da, standhaft und stolz. Ich gehe den Pfad hinauf zum Sockel der Fingerklippe, um über das weite Land zu blicken, das sich so elegant bis zum Horizont erstreckt. Ja, sage ich mir, ermutigt durch dieses Zeichen von Unkonformität, Widerstand und Erhabenheit.

Die Segnungen von Etosha

Weiter gehts nach Etosha. Jeder Besuch in diesem ausgedehnten Reich der Tiere birgt neue Überraschungen und Erlebnisse. Als Vergleich kommt mir eine leckere Schokoladentorte samt Sahnehäubchen in den Sinn. Das beliebte Etosha Safari Camp liegt nur zehn Kilometer vom Etosha Nationalpark entfernt und überzeugt durch seine entspannte Atmosphäre. Ich checke ein und fahre dann zur Wildbeobachtung nach Okaukuejo im Nationalpark. Eine Kudu-Kuh schaut zu mir herüber, ein Elefant überrascht mich auf der Straße, und ich erfreue mich an einem Trupp Zebras. Es ist ein belebender Auftakt zum nächsten Abenteuer. Auf dem Weg zurück habe ich ein Lächeln im Gesicht. Die Sonne zwinkert mir zu, bevor sie sich für diesen Tag verabschiedet.  

Elefanten im Etosha-Nationalpark. Foto: Gondwana Collection Namibia

Das Abendessen im Innenhof des sagenhaften Shebeen Restaurants im Etosha Safari Camp ist immer ein fröhliches Erlebnis. An der kleinen Feuerstelle spielen Musiker einheimische Melodien auf der Gitarre, singen dazu, und die Gäste – oder auch die Mitarbeiter – wiegen sich im Takt oder wippen mit den Füßen. Am Nachthimmel steht eine goldene Mondsichel und Myriaden Sterne funkeln, als ich zu meinem Zimmer zurückspaziere.

Den Tag langsam angehen, das ist mein Plan für den nächsten Tag. Auf dem Weg nach Osten, quer durch Etosha, mache ich Abstecher zu den vielen Wasserstellen in der typisch kalkigen Landschaft. Langsam geht es ohnehin, weil Zebras mit Vorliebe auf der Straße stehen. Es ist unglaublich schön, an einer Wasserstelle mitten in Afrika das Kommen und Gehen der Tiere zu beobachten. Geduld wird reich belohnt, denn nach und nach finden sich vielerlei Arten zum Trinken ein. 

Ein junger Löwe an einer Wasserstelle in Etosha. Foto: Gondwana Collection Namibia

Kultur tanken in den Owambo-Regionen 

Ich habe mich entschlossen, auf Gondwanas etwas abenteuerlicherer Etosha-Cuvelai-Route nach Rundu zu fahren. Sie führt nördlich des Etosha-Nationalparks durch die Owambo-Regionen. Deshalb schwenke ich bei Namutoni nach Norden zum King Nehale Tor, wo am 1. Juli 2020 eine neue Lodge ihre Tore öffnen wird: Etosha King Nehale. Kaum habe ich den Park verlassen und komme in die bewohnte Ebene, sehe ich überall weidende Rinderherden. Und als ich mich der Ortschaft Omuthiya nähere, befinde ich mich plötzlich in einer geschäftigen Gegend, als wäre ich gerade durch eine unsichtbare Grenze geschubst worden. Farbenfrohe Shebeens mit verrückten Namen und kleine Läden säumen die Straßen. An Ständen oder sorgsam auf dem Boden aufgehäuft stellen Straßenverkäufer ihre Waren aus.

Der Begriff Cuvelai bezieht sich auf das Cuvelai-Becken, ein riesiges Drainagegebiet aus hunderten von Wasserläufen aus dem Hochland von Angola. In guten Regenjahren enden sie in der Etoshapfanne. Das Wasser füllt zum Jahreswechsel die oshana genannten Senken, die zu den bezeichnenden Merkmalen dieser flachen Region gehören. 

Oshana. Foto: Gondwana Collection Namibia

Ich übernachte im Ongula Village Homestead in der Nähe von Ondangwa und probiere dort eine einheimische Spezialität: Mahangu (Perlhirse) mit Hühnchen und einem würzigen Spinat-Relish. Im Licht der untergehenden Sonne strahlen die Makalani-Palmen in feurigen Farben und die gesamte Landschaft ist wie vergoldet. Es ist eine friedliche Nacht. Nur Eselgewieher unterbricht dann und wann die Stille, und zum Sonnenaufgang schließt sich der Chor der Hähne an.

Ein neuer Tag mit einem neuen Ziel liegt vor mir, und ich rolle gemütlich über die B10, die im äußersten Norden dicht an der Grenze zu Angola verläuft. Die Straße wurde in den letzten Jahren geteert und bietet sich als bequeme Alternative zur B8 nach Rundu an – zudem hat man auf dieser Route die Möglichkeit, einen Eindruck von den nördlichen Regionen und der Owambo-Kultur zu gewinnen.

Eine himmlische Stätte am Okavango

Eine von Bäumen und vereinzelten Gehöften gesäumte Straße führt schließlich in eine stärker bewohnte Gegend. Als ich mich Rundu nähere, erhasche ich ab und zu einen Blick auf den Fluss. Am Straßenrand entdecke ich Menschen, die Fisch verkaufen.

Die Vorfreude wächst, denn nun bin ich im grünen Teil Namibias angelangt, dessen ständig Wasser führende Flusssysteme die trockenen Gebiete im übrigen Land so gut ausgleichen.

Hakusembe River Lodge. Foto: Gondwana Collection Namibia

Und mein Herz macht einen keinen Freudentanz, als ich auf die Zufahrtstraße zur Hakusembe River Lodge abbiege. Nur noch ein kurzes Stück Fahrt durch das Gemeinschaftsland, und dann bin ich an der wundervollen Oase angelangt, wo reetgedeckte Chalets unter großen Laubbäumen am Okavango-Ufer liegen. Gleich am Eingang der Lodge spüre ich die vertraute Geruhsamkeit von Hakusembe. Alle Spannungen und Sorgen lösen sich. Es ist wieder einmal an der Zeit, sich auf den Rhythmus des Flusses einzustellen. Die friedliche Atmosphäre nimmt mich sanft an die Hand und begleitet mich hinein.

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